Dienstag, 31. August 2010

Trommeln im Kasapa-Centre, ein Beerdigungsbesuch und das Homowo-Festival in Teshie...


....liebe Grüße aus Deutschland....
Susanne und Kofi vom Kasapa-Centre
open air-duschen
mein Lieblingsplatz am Meer...
Trommeln auf der Veranda
unsere kleinen Häuschen...
lesen in der Hängematte...
unsere Trommel-Tanz-Crew
Abschiedstrommel-Session mit Meeresrauschen...

HOMOWO-FESTIVAL....das große Rennen beginnt!!!!
sexy ladys!!!!
Zurück im Art-Centre beim Trommelkauf...
oh...meine Kpanlogog ist in Arbeit....

Die Beerdigung von Ansah´s Onkel in Accra


Kasapa-Centre in Nyanyano

Nach einem kurzen Zwischenstop in Teshie, bekamen wir alle drei nochmal Lust auf Strandurlaub und somit setzten wir unsere Reise fort in der Hoffnung, nun doch besseres Wetter zu haben. Wie sagt man so schön "wenn Engel reisen..." Da wir außerdem großen Gefallen am Tanzen und Trommeln gefunden haben und auch ein gutes Trio sind, heckten wir den Plan aus ins Kasapa-Centre in Nyanyano (40 km westliche von Accra) zu fahren. Ankes erster Trommellehrer hat bereits viel Positives über das Trommelzentrum erzählt.  Er selbst ist auch schon mehrmals zu Workshops dort gewesen, jedoch noch im alten Center, das vor vielen Jahren fast neben dem Odehe-Centre in Teshie war. Die neue Anlage des Deutsch-Ghanaischen Paares Susanne und Kofi befindet sich nun direkt am Strand und bietet Besuchern eine sehr ruhigen und gemütlichen Atmosphäre. Das tut doch immer wieder mal gut nach zu viel Großstadtstress und Reizüberflutungsaktion. Da wir leider  keine Telefonnummer ausfindig machen konnten, sind wir einfach mit kleinem Gepäck los gestartet und standen somit unangemeldet vor der Tür. Wenn Engel reisen, wie kann es anders sein, gab es Platz für uns, und auch der Tanzunterricht konnte promt für den nächsten Tag organisiert werden. Dort lernten wir dann den "Fume Fume-Tanz". Wunderbar: ein toller Rhythmus, und der Tanz war von uns auch in drei Tagen gelernt. Wir ernteten von Susanne echt Lob: so schnell ist kaum jemand meinte sie. Aber so sind wir halt...ein super Tanzteam!!! Auch der Trommelunterricht hat sich ausgezahlt und wir hatten viel Spass mit Prince Kofi, unserem Trommellehrer. Er hat mich ebenfalls in den Adelstand erhoben und mich zur Princess gemacht, aber nur weil er sich anfangs meinen doch so ungewöhnlichen Namen nicht merken konnte. Wir hatten echt drei wunderschöne Tage im Kasapa-Centre und auch das leckere Essen habe ich sehr genossen. Es gab jeden Tag Salat, Butter, Marmelade und auch Joghurt...das hatte ich die letzten 3 Monate nicht mehr gegessen. Sehr gut!!! Unsere Heimfahrt war auch noch spannend und ist berichtenswert. Sag nur Trotrofahrt mit Achsbruch. Das Trotro war ohnehin schon sehr mitgenommen und hatte bereits 380.000 km auf dem Buckel. Auch die Türen ließen sich nur schwer schließen und die mussten eine ganze Weile rum machen, damit ja keiner unterwegs abhanden kommt. Schließlich fuhren wir dann endlich los, und irgendwann hörte man ein seltsames Geräusch von hinten links. Die Geräusche wurden immer lauter. Ich dachte mir nur "oje, da stimmt doch was mit dem Reifen nicht"...als wenig später so was wie Panik ausbrach. Die Leute schrien, es qualmte, und alle wollten nur noch raus. Und unsere Türe war nun so fest zu, dass sie kaum wieder aufging. Auf jeden Fall kamen wir mitsamt Gepäck doch noch rechzeitig raus. Und dann sahen wir es. Unser Auto hatte nur noch drei Reifen. Das vierte Rad war weg. Die Achse lag neben dem Auto! Und irgendwie hatte sich das, was noch übrig war einige Zentimeter tief in die Straße gefräst. Es stank, es qualmte... verrückt. Auf jeden Fall steht das Trotro heute noch genau an dieser Stelle, wir kamen da wieder vorbei.  Es war spannend, aber es ist zum Glück ja nichts passiert.

Beerdigungsbesuch

Samstags waren wir nun zur Performence der Odehe-Truppe auf einer Beerdigung zu Gast.  Mit 8 Leuten im Führerhaus des großen Odehe-Sprinters und mit dem Rest der Truppe und den Trommeln im Laderaum, fuhren wir gegen Mittag nach Accra. Wow - das war ebenfalls ein spannendes Erlebnis für uns! Die Beerdigungsfeier gleicht hier einer riesigen Party mit viel Musik, Tanz und Essen. Es waren rund 400 Leute da und es gab viel für uns zu sehen. Klar sind wir auch wieder dank unsere Hautfarbe stark aufgefallen, aber wir wurden ebenfalls mit Getränken und Essen verköstigt, obwohl wir noch nicht mal den Verstorbenen kannten. Die Performance der Odehe-Group war super!!!.... bis auf den Glockenmann, der nach einer halben Stunde stark ins Rudern kam und Ansah (der Leader) somit früher dem Ganzen ein Ende setzte. Der Glockenmann bekam dann auch keinen Applaus von uns, das hätte selbst ich besser hin bekommen.

Homowo-Festival in Teshie

Das Homowo-Fest wird traditionell hier von den Ga-Leuten gefeiert die in und um Accra herum leben. Heute hat nun hier das Festival in Teshie begonnen und in der Altstadt ist nun der Teufel los!!!! Bei dem Festival handelt es sich um eine symbolische Austreibung des Hungers nach dem Krieg (so steht es im Reiseführer), doch davon war nicht so viel zu erkennen. Tamara, Anke und ich zogen mit Ray und Josef, unseren persönlichen Bodygards, los und wir stürtzten uns in die rennenden Menschenmassen. Insgesamt gibt es sieben riesige Gruppen, die alle von mittags bis zum nächsten Morgen durch die Straßen der Altstadt rennen. Ja, es war ziemlich ungünstig dort mit FlipFlops zu erscheinen. Ich hätte mal besser meine Running-shoes einpacken sollen... Kurz um: Jeder darf in dieser Zeit tun und lassen, was er möchte und alle Leute sind sehr crazy drauf!!! Auch hier wieder hatten wir großen Spass und wurden von allen Seiten gegrüßt, umarmt und rumgeschleift. Doch unsere Aufpasser nahmen ihren Job sehr ernst und ließen uns nicht aus den Augen. Die waren sicherlich super stolz die weißen Mädels an der Hand durch die Straßen zu führen und am liebsten hätten sie nochmal ne extra Runde gedreht. Doch irgendwann haben wir uns dann heimlich aus dem Staub gemacht, sind in Richtung Odehe-Centre aufgebrochen und haben bei unserem HAPPY MEET-Stand bei der Rastafamily lecker zu Abend gegessen.

Donnerstag, 26. August 2010

Wichtiges Meeting mit dem Chief von Ada und mein erster Trommel-und Tanzworkshop...



Anfang der Woche sind wir früh morgens mit dem Trotro in Richtung Ada Foah aufgebrochen. An unserer Trotro-Haltestelle haben wir glücklicherweise genau den richtigen Herrn angesprochen und uns nach der bestmöglichen Verbindung erkundigt. Wiedereinmal bekamen wir die großzügige Hilfsbereitschaft der Menschen hier zu spüren und er  besorgte für uns das richtige Trotro in Richtung Tema. Zufälliger Weise war dies auch sein Reiseziel und somit stiegen wir in das gleiche Trotro ein. In Tema angekommen, führte er uns zur nächsten Trotro-Haltestelle und organisierte auch hier ganz selbstverständlich das passende Gefährt für uns weißen Touris. Das hat uns eine Menge Suchen, Rätseln und letztendlich viel Zeit erspart und somit kamen wir recht zügig voran. Nach etwa 3 Stunden Fahrt kamen wir gegen 12:30 Uhr in Ada Foah an. Ada Foah liegt (östlich von Teshie) fast im Mündungsgebiet des Volta lakes und ist gerade dabei ein touristisches Ferienzentrum Ghanas zu werden.  Es war eine angenehme für mich sehr entspannende Fahrt dahin. Zwischendurch habe ich immer mal wieder beim Schaukeln im Trotro seelenruhig geschlafen bzw. meine Augen ausgeruht und auch den Anblick der Felder und Dörfer genoss ich sehr. Als wir an der Endhaltestelle aus dem Trotro ausstiegen organisierten wir uns klugerweise einen Abholservice eines naheliegenden Beach Resort namens ... ?dreamland? oder so,... doch wir entschieden uns für die benachbarte Unterkunft Cocoloco Beach Camp. Hier waren die Zimmer besser belüftet, nicht so muffelig und stickig. Glücklicherweise gab es sogar ein kleines Bad im Zimmer. Welch Luxus es gab sogar Wasser aus der Leitung!!! Das war mein erstes Mal hier, welch tolles Haarwascherlebnis. Nachdem wir nun unsere Rucksäcke abgeladen und uns gemütlich eingerichtet hatten, ging es nun an den wunderschönen Traumstrand zum Schwimmen. Man könnte es doch eher Plantschen nennen, denn die Wellen und Strömung sind so heftig hier, dass es sehr gefährlich ist weit hinaus ins Meer zu gehen. Der Strand war menschenleer-ein ganzer toller Sandstrand nur für uns und hier muss man auch nicht dafür bezahlen. Hatte bereits öfters Ärger mit den Einheimischen von Teshie, weil die jedes Mal von mir Geld wollen, wenn ich zum Strand möchte. Da kommt man nun leider nicht um eine nervige Diskussion drum rum. Aber um so schöner war es nun in Ada Foah, denn hier kam total die Urlaubsstimmung auf und wir genossen in vollen Zügen das wunderbare Meer. Die Wellen hier sind riesig!(Sven, du würdest dich sehr freuen, denn sie laden sehr zum Surfen ein. Für uns Schwimmer jedoch ne Nummer zu hoch. Ich hab dir ein kleines Video gedreht und für dich Miri, habe ich ein paar schöne Muscheln gesammelt.) Es ist total spannend und sehr beeindruckend die Wellen zu beobachten. Stundenlang könnte ich einfach im warem Sand sitzen und aufs Meer hinaus starren. Erste erholsame Stunden in totaler Stille nach den vielen Wochen harter Arbeit. Es tut mir auch sehr gut mal aus den lauten und überfüllten Städte raus zu kommen - das Landleben ist sehr ruhig und easy hier - keine ständige Reizüberflutung! Am nächsten Morgen wurden wir von John abgeholt. Er lebt in einem kleinen Dorf namens Partukope und unterstützt dort das zweite Projekt des Kieler Entwicklungshilfevereins und arbeitet vor Ort mit Rose zusammen. Da wir schon mal in der Nähe waren, bot sich somit eine Besichtigung des Projektes verbunden mit einem Rundgang durchs Dorf an. So eine tolle Gelegenheit ein traditionelles Dorf und den Alltag der Menschen mit zu erleben ist schon genial. Auf Motorrad-Taxis machten wir uns gegen neun Uhr morgens auf den Weg. Wir fuhren jeweils zu dritt auf kleinen 125er-Maschinen gemütlich der Küstenstraße entlang. Begeistert winkten uns viele kleine Kinderhände zu und wir wurden mit großen leuchtenden Augen angeschaut. Die kurze Strecke ging immer gerade aus und nach wenigen Kilometern erreichten wir nun Partukope, ein kleines Fischerdorf, das direkt am Strand liegt. John führte uns zuerst zu seinem kleine Haus, das aus zwei Zimmern besteht und wir legten unseren Sachen dort ab. Dann wurden wir durch das Dorf zu dem Ort des Projektes geführt. Auf dem Weg dahin lernten wir den Dorfchief kennen und auch andere wichtige Leute, wie z.B. den Dorfältesten, den Pfarrer usw. Überall wurden fleißig Hände geschüttelt und wir wurden neugierig von allen mit einem breitem Grinsen im Gesicht begutachtet. Wir liefen durch verschiedene Höfe und kleine Wege über Zwiebelfelder in Richtung Strand. Vor einem noch nicht fertig gestellten Gebäude blieben wir dann stehen und John erklärte, dass dies das zukünftige Bürgerhaus des Dorfes sein solle. Wir waren sehr geschockt, als wir feststellten, dass das geplante Gebäude mit Krankenstation und Kindergarten nur aus den Außenwänden besteht. Wir erfuhren außerdem, dass der Bau des Gebäudes nun bereits im Jahr 2003 begonnen wurde und mehr als nur das Hochziehen der Mauern ist noch nichts passiert. Autsch!!! Wo sind die ganzen Spendengelder gelandet, warum wird nicht weiter gearbeitet???? Tausend Fragen schwirrten uns durch die Köpfe und wir versuchten den merkwürdig laufenden Dingen in Bezug auf das Projekt auf den Grund zu gehen. Somit begannnen wir genauer nach zu fragen.Unser harmloser Ausflug aufs Land entpuppte sich im Laufe des Vormittages als wichtige Mission, um das Projekt zum Laufen zu bringen. Es fanden lange Gespräche in Johns Wohnzimmer statt, draußen auf der kleinen Veranda vor dem Haus bereiteten Johns Geschwister unser Mittagessen vor. Nach dem Essen wollten wir nun kontrollieren, wo nun das Holz gelagert wird, dass für den Bau der Dachkonstruktion gekauft wurde. Doch außer einpaar Holzbalken, die bei Johns Vater im Hof und auf der Veranda gelagert wurden, bekamen wir nichts weiter zu sehen, denn dummerweise begann es immer stark zu regnen, als wir weiter nach schauen wollten. Am Nachmittag sind wir dann wieder zurück in unser Beach Resortt der Menschen hier zu spüren und er  besorgte für uns das richtige TrotroTema. Zufälliger Weise war dies auch sein Reiseziel und somit stiegen wir in das gleiche Trotro ein. In Tema angekommen, führte er uns zur nächsten Trotrohaltestelle und organisierte auch hier ganz selbstverständlich das passende Gefährt für uns weißen Touris. Das hat uns eine Menge Suchen, Rätseln und letztendlich viel Zeit erspart und somit kamen wir recht zügig voran. Nach etwa 3 Stunden Fahrt kamen wir gegen 12:30 Uhr in Ada Foah an. Ada Foah liegt (östlich von Teshie) fast im Mündungsgebiet des Volta lakes und ist gerade dabei ein touristisches Ferienzentrum Ghanas zu werden.  Es war eine angenehme für mich sehr entspannende Fahrt dahin. Zwischendurch habe ich immer mal wieder beim Schaukeln im Trotro seelenruhig geschlafen bzw. meine Augen ausgeruht und auch den Anblick der Felder und Dörfer genoss ich sehr. Als wir an der Endhaltestelle aus dem Trotro ausstiegen organisierten wir uns klugerweise einen Abholservice eines naheliegenden Beach Resort namens ... ?dreamland? oder so,... doch wir entschieden uns für die benachbarte Unterkunft Cocoloco Beach Camp. Hier waren die Zimmer besser belüftet, nicht so muffelig und stickig. Glücklicherweise gab es sogar ein kleines Bad im Zimmer. Welch Luxus es gab sogar Wasser aus der Leitung!!! Das war mein erstes Mal hier, welch tolles Haarwascherlebnis. Nachdem wir nun unsere Rucksäcke abgeladen und uns gemütlich eingerichtet hatten, ging es nun an den wunderschönen Traumstrand zum Schwimmen. Man könnte es doch eher Plantschen nennen, denn die Wellen und Strömung sind so heftig hier, dass es sehr gefährlich ist weit hinaus ins Meer zu gehen. Der Strand war menschenleer-ein ganzer toller Sandstrand nur für uns und hier muss man auch nicht dafür bezahlen. Hatte bereits öfters Ärger mit den Einheimischen von Teshie, weil die jedes Mal von mir Geld wollen, wenn ich zum Strand möchte. Da kommt man nun leider nicht um eine nervige Diskussion drum rum. Aber um so schöner war es nun in Ada Foah, denn hier kam total die Urlaubsstimmung auf und wir genossen in vollen Zügen das wunderbare Meer. Die Wellen hier sind riesig!(Sven, du würdest dich sehr freuen, denn sie laden sehr zum Surfen ein. Für uns Schwimmer jedoch ne Nummer zu hoch. Ich hab dir ein kleines Video gedreht und für dich Miri, habe ich ein paar schöne Muscheln gesammelt.) Es ist total spannend und sehr beeindruckend die Wellen zu beobachten. Stundenlang könnte ich einfach im warem Sand sitzen und aufs Meer hinaus starren. Erste erholsame Stunden in totaler Stille nach den vielen Wochen harter Arbeit. Es tut mir auch sehr gut mal aus den lauten und überfüllten Städte raus zu kommen - das Landleben ist sehr ruhig und easy hier - keine ständige Reizüberflutung! Am nächsten Morgen wurden wir von John abgeholt. Er lebt in einem kleinen Dorf namens Partukope und unterstützt dort das zweite Projekt des Kieler Entwicklungshilfevereins und arbeitet vor Ort mit Rose zusammen. Da wir schon mal in der Nähe waren, bot sich somit eine Besichtigung des Projektes verbunden mit einem Rundgang durchs Dorf an. So eine tolle Gelegenheit ein traditionelles Dorf und den Alltag der Menschen mit zu erleben ist schon genial. Auf Motorrad-Taxis machten wir uns gegen neun Uhr morgens auf den Weg. Wir fuhren jeweils zu dritt auf kleinen 125er-Maschinen gemütlich der Küstenstraße entlang. Begeistert winkten uns viele kleine Kinderhände zu und wir wurden mit großen leuchtenden Augen angeschaut. Die kurze Strecke ging immer gerade aus und nach wenigen Kilometern erreichten wir nun Partukope, ein kleines Fischerdorf, das direkt am Strand liegt. John führte uns zuerst zu seinem kleine Haus, das aus zwei Zimmern besteht und wir legten unseren Sachen dort ab. Dann wurden wir durch das Dorf zu dem Ort des Projektes geführt. Auf dem Weg dahin lernten wir den Dorfchief kennen und auch andere wichtige Leute, wie z.B. den Dorfältesten, den Pfarrer usw. Überall wurden fleißig Hände geschüttelt und wir wurden neugierig von allen mit einem bereitem Grinsen im Gesicht begutachtet. Wir liefen durch verschiedene Höfe und kleine Wege über Zwiebelfelder in Richtung Strand. Vor einem noch nicht fertig gestellten Gebäude blieben wir dann stehen und John erklärte, dass dies das zukünftige Bürgerhaus des Dorfes sein solle. Wir waren sehr geschockt, als wir feststellten, dass das geplante Gebäude mit Krankenstation und Kindergarten nur aus den Außenwänden besteht. Wir erfuhren außerdem, dass der Bau des Gebäudes nun bereits im Jahr 2003 begonnen wurde und mehr als nur das Hochziehen der Mauern ist noch nichts passiert. Autsch!!! Wo sind die ganzen Spendengelder gelandet, warum wird nicht weiter gearbeitet???? Tausend Fragen schwirrten uns durch die Köpfe und wir versuchten den merkwürdig laufenden Dingen in Bezug auf das Projekt auf den Grund zu gehen. Somit begannen wir genauer nach zu fragen.Unser harmloser Ausflug aufs Land entpuppte sich im Laufe des Vormittages als wichtige Mission, um das Projekt zum Laufen zu bringen. Es fanden lange Gespräche in Johns Wohnzimmer statt, draußen auf der kleinen Veranda vor dem Haus bereiteten Johns Geschwister unser Mittagessen vor. Nach dem Essen wollten wir nun kontrollieren, wo nun das Holz gelagert wird, dass für den Bau der Dachkonstruktion gekauft wurde. Doch außer einpaar Holzbalken, die bei Johns Vater im Hof und auf der Veranda gelagert wurden, bekamen wir nichts weiter zu sehen, denn dummerweise begann es immer stark zu regnen, als wir weiter nach schauen wollten. Am Nachmittag sind wir dann wieder zurück in unser Beach Resort gefahren und endlich kam dann die Sonne heraus, so dass wir die letzten Stunden des Tages gemütlich am Strand verbrachten. Ich musste mich echt erst mal von dem Schock und den Ereignissen erholen, denn viele Dinge kann man als Europäer hier doch nicht nachvollziehen. Wir waren alle so enttäuscht von dem Verlauf des Projektes. Am nächsten Morgen stand plötzlich John vor unserem Frühstückstisch und erzählte erfreut, dass wir nun ein Meeting beim Districtchief von Ada haben und wir mit ihm über den Verlauf des Projektes sprechen könnten. Eigentlich hatten wir ja gar keine genaue Ahnung über das Projekt , aber wir waren alle drei so motiviert, das Projekt wieder zum Laufen zu bringen!!! Wir haben uns zuvor überlegt, dass wir uns echt als wichtige Kontrolleure aus Deutschland ausgeben werden und nun die Forderung klar stellen, dass der Bau des Gebäudes zu Ende gebracht werden muss. Zu viert saßen wir nun auf einem Motorrad und John brachte uns zu Mister Wusah´s Haus. Nach einer kurzen Wartezeit draußen auf der Veranda wurden wir ins Wohnzimmer gebeten und schon wurde es ernst.  Anke machte ihre Sache gut und gab sich gleich mal als Professorin aus und Tamara spielte die Dolmetscherin. Durch unseren überraschenden Besuch beim Chief, ergab sich glücklicherweise eine geniale Gelegenheit für unseren Heimweg nach Teshie. Der Chief hatte noch am selben Tag einige Termine in Accra und wir fragten spontan, ob er uns denn mit nach Teshie zurück nehmen könnte. Unser guter Wille für den Einsatz des Projektes wurde erfolgreich belohnt. Gegen Mittag saßen wir in einem klimatisierten Wagen und fuhren mit Mister Wusah nach Teshie. Es bot sich somit auch die geniale Gelegenheit ein Treffen zwischen dem Chief und Rose (Projektleiterin) zu arrangieren, um gemeinsam eine Lösung für das Problem zu finden. Zur Belohnung gab es am Abend ein schönes kühles Bier und alle waren sehr happy!
An den darauf folgenden Tagen war dann erst mal Trommeln und Tanzen angesagt und wir bekamen die ersten Unterrichtsstunden von Ansah und Mabra. Da zur Zeit Trommelsperre hier in Teshie ist, fuhren wir mit dem riesen Odehe-Transporter über die Buschstraße nach Accra.  Da beginnt man bereits im Bus schon mit dem Tanzen und wird kräftig durchgeschüttelt....Ja, die Straßen hier sind oftmals ein Erlebnis!!!! Die ersten Tanz-und Trommelstunden hatten wir in einer kleinen Schule mitten in Accra-City und an den zwei folgenden Tagen wurden wir in Ansahs Hof unterrichtet. Natürlich hatten wir stets neugierige Zuschauer, die sich gerne über die Tanzkünste der Obrunis amüsieren und immer wieder unverständlich den Kopf schütteln und sich fragen, warum wir denn nicht die "einfachsten" Bewegungen umsetzen können? Jaja, es tanzen echt viele Krippenkinder im Kinderzentrum besser wie ich und sind Weltmeister im SCHÜTTELN!!!! Doch schlecht waren wir nun nicht, denn wir haben innerhalb von 3 Tagen zwei ghanaische Tänze und einen Trommelrhythmus mit Break und Solo gelernt.
....die nächsten Trommel- und Tanzstunden sind dann nun im Kasapa-Centre geplant....

Sonntag, 15. August 2010

Ein EX-Vegetarier und das Hühnerschlachten...


Heute ist es nun soweit und das Huhn vom Wochenmarkt wird dran glauben müssen...nur noch wenige Minuten bis zur Schlachtung. Anke und Tamara sind auch zu Besuch, um bei der Schlachtung und Verarbeitung live dabei sein zu können.
...halb vier! Annett ist nun bereit und ruft uns alle in den Hof. Sie hält bereist das Huhn an den Füßen fest und greift nach dem Messer, mit dem sie dem Huhn die Kehle durchschneidet. Zuvor buddelt sie ein kleines Loch, in das das Blut hineinfließen kann. Ohje, bei diesem Anblick wird mir ja schon ganz schwummrig und ich bekomme sogar weiche Knie. Nachdem dann das Huhn ausgeblutet ist, landet es mausetot im kochendem Wasser und danach werden die Feder gerupft. Annett macht das alles in Handumdrehen. Für sie ist es keine große Sache, das Huhn komplett auseinander zu nehmen. Das Rupfen geht ja noch, aber als Annett dann anfängt den Kopf und die Füße abzuhacken....Arrrgh!!!! Das ist nichts für mich. Am aller eckelhaftesten jedoch ist das Ausnhemen der Innereien. Oha, ich hätte echt spucken können. Also Hühnerschlachten ist echt zu krass, jetzt fällt mir auch das Essen wieder viel schwerer!!! Bin in meinem Inneren immer noch Vegetarier. Ich frag mich schon die ganze Zeit, wie krass es dann erst wird, wenn wir die Ziege für Ankes Abschiedsfest schlachten. Das ist echt ne Nummer zu hoch für mich und ich werde auch keine Hilfe leisten können, wenn der große Tag ist. Das überlasse ich dann lieber den Profis...hier noch ein paar Fotos und guten Appetit!
Ich glaube es gäbe viel mehr Vegetarier, wenn die Leute in Deutschland selbst schlachten müssten. Hier sind der Kopf und die Füße des Huhnes die größte Köstlichkeit...und auch das Knochenkauen ist ganz beliebt. Selbst die kleinsten zerlegen den größten Knochen bis am Ende ein zerkauter Brei ausgespuckt wird. Nana war ganz schockiert, als ich dem Hund meinen Knochen geben wollte.

IKEA unter Palmen und Hühner in der Tüte!

unsere neuen Schulbänke für die 1.Klasse
Huhn in der Plastiktüte
Anfang der Ferien bin ich mit Rose und Ray zusammen nach Kasoa gefahren, um dort Schulbänke für das Kinderzentrum zu kaufen. Morgens um 6:30 Uhr holte uns Ray mit dem FORD Pickup ihres Vaters ab und los geht die Fahrt, raus aus Teshie...oh bereits nach wenigen Minuten der erste Stau. An der Straße kaufte Rose eine Art Maissuppe für uns zum Frühstück und sie reichte mir eine Plastiktüte mit einer bräunlichen Flüssigkeit. Also gab´s an diesem Morgen Suppe aus der Tüte zum Frühstück, dazu leckeres Teabread. So ganz geheuer war mir die Suppe ja nicht, doch ich befolgte brav meinen Vorsatz "ich probiere alles" (naja, fast alles). Vorsichtig biss ich eine Ecke der Tüte auf und nahm den ersten Schluck der Suppe zu mir. Wow, es war ein total würziger Geschmack - es schmeckte nach Ingwer und Peffer, zugleich auch etwas süß. Ich musste erst mehrmals probieren, bis ich den Geschmack für mich definieren konnte. Naja, schlecht war es zumindest nicht, aber doch einbisschen zu früh am Morgen für solch krasse Geschmackserlebnisse.
Die Fahrt nach Kasoa durch Accra vorbei an Kokrobite dauerte eine halbe Ewigkeit.  Die Straßen waren voll gestopft mit Autos, Bussen, Trotros, LKWs und Taxis...es war ein stetiges Stop&Go durch Accra und wir kamen nur im Schneckentempo voran. So dauerte die Fahrt etwa 2,5 Stunden, bis wir ankamen. Wir suchten gleich nach Holz und hielten bei verschiedenen Tischlerständen an, um ein gutes Angebot für das Herstellen der Schulbänke zu bekommen. Letztendlich entschieden Rose und Ray die Bänke bei dem ersten Tischler anfertigen zu lassen und wir gaben das Herstellen von 10 Bänken in Auftrag.
IKEA - unter Palmen! Es lagen verschiedene Einzelteile für das Zusammenmontieren der Schulbänke bereit und der Bau wurde gleich in Angriff genommen. 4 Männer = 1 arbeitet = 3 schauen zunächst zu. Es dauerte eine Ewigkeit, so dass wir uns gegen zwölf auf den Rückweg machten. Unterwegs legten wir noch einen kleinen Zwischenstop an einem kleinen Markt am Straßenrand ein und Rose hatte vor hier Gemüse und eine Ziege zu kaufen. Doch anstatt der Ziege ergatterte sie nur ein zierliches Hühnchen, verpackt in einer schwarzen Plastiktüte - LEBENDIG!- Als es mich plötzlich mit großen Augen anschaute, bekam ich einen riesen Schreck und hab gleich los geschrien. Alle Marktfrauen amysierten sich köstlich, naja...das kenne ich ja bereits, wenn ich da so an mein erstes Schneckenerlebnis zurück denke. Urgh! Ray holte nun das Huhn aus der Tüte und band es mit einem Stück Schnur an der Ladefläche des Pickups fest. Plötzliche hatte er eine Rasierklinge in der Hand...oh Schreck! Ich befürchtete Schlimmes...ARLARM! Doch puh, zum Glück schneidete er nur die Schnur, die man zuvor um die Beine des Huhns gewickelt hatte, auf und das Huhn war noch nicht tot. Naja, vielleicht brauchen wir es ja zu Hause auch gar nicht mehr schlachten, dachte ich, da es die Fahrt ohnehin nicht überlebt...immer wieder musste ich mich auf der Heimfahrt umdrehen, um mich zu vergewissern, dass das Huhn noch da war bzw. noch lebte.
Auf dem Rückweg fuhren wir durch James Town - die Altstadt von Accra. Wir fuhren am Hafen entlang und kamen an einem Leuchtturm vorbei.  Auch hier waren die Straßen wieder gerammelt voll und wir kamen nur langsam vorran. Gespannt beobachtete ich alles. Viele Kinder waren hier alleine auf der Straße unterwegs, ich sah ein riesen Platz, auf dem Fussball gespielt wurde und viele Menschen feuerten als Zuschauer lebendig die Mannschaften an. Hier sah alles recht ärmlich und dreckig aus.  Durch den grauen Himmel und die vielen Wolken, sah alles noch viel trostloser aus. Naja, Accra hat eben viele Gesichter und hier gefiel es mir nicht so.
Am nächsten Tag fand hier das bekannte TWINS-Festival statt. Hier in Ghana sind Zwillinge etwas ganz besonderes und werden am 13. August groß gefeiert. (Da kann ich ja gleich mal mitfeiern, so al s halber Zwilling.)
Zuhause angekommen, kamen Anke und Tamara noch zum Abendessen vorbei und wir hatten einen gemütlichen Abend und planten erste Reiseziele für unseren anstehenden Trip in die Volta-Region.

Montag, 9. August 2010

ABSCHIED - KOFFER PACKEN - ABREISE - HEIMFLUG...doch nicht für mich!


...die Zeit vergeht so schnell hier und wieder verabschiede ich die nächsten Gesichter, die ihre Heimreise nach Deutschland antreten. Heute ist Annis und Magdas letzter Tag hier in Ghana und ihr zweiwöchiger Urlaub ist nun in wenigen Stunden vorbei. Nocheinmal besuche ich die nette Frauen-WG und wir frühstücken alle zusammen auf der wunderschönen Dachterrasse im Odehe-Centre. Kurz vor 8:00 Uhr mache ich mich frühs auf den Weg. Der Himmel hängt voll grauer Regenwolken, es weht ein kühler Wind. Alles sieht grau und düster an diesem Morgen aus. Ich laufe gemütlich in Richtung Tuiblo-Haltestelle und bekomme unterwegs ein Trotro, mit dem ich bis nach Road-side fahre. Von dort aus laufe ich das letzte Stück bis zum Odehe-Centre. Oh nein, es fängt an zu regnen und ich werde erst einmal kräftig geduscht. Doch es ist ganz angenehm warm draußen und somit macht mir der Regen nicht viel aus. Das nervigste daran ist nur, dass die lehmigen Straßen sich in schlammige Pisten verwandeln, die mit FlipFlops eher schwierig zu bewältigen sind. Doch Übung habe ich ja bereits schon! Gegen halb neun komme ich dann etwas aufgeweicht im Odehe-Centre an. Wow - alle sitzen schon an einem reichlich gedeckten Frühstückstisch und schlemmen die leckersten Sachen. Gleich bekomme ich ganz nett einen deutschen Instant- Kaffee angeboten. Käse, Brot und Marmelade stehen auch schon bereit. Wenig später bringt eines von Danis Pflegekindern sogar noch eineSchüssel mit gekochten Frühstückseier...welch ein Genuß! Gemütlich frühstücken wir nun ein letztes Mal in dieser Runde hier zusammen. Es werden letzte Abschiedsfotos geschossen. Anni und Magda berichten mir von ihrem Trip nach Cape Coast und Uschi zeigt uns tolle Aufnahmen von ihrem Aufenthalt in der Voltaregion. Leider wird auch sie heute zurück nach Deutschland fliegen, denn sie hat es endlich geschafft ihren Flug umzubuchen. Es werden die letzten Sachen in den Koffern verstaut und zusammen gepackt. Das ein und andere bekomme ich freundlicher Weise vererbt. So nützliche Dinge, wie z.B. Medikamente, Mosquitospray, Taschentücher, Wäscheklammern, Waschmittel und auch Lesematerial. Darüber freue ich mich natürlich sehr, denn ich bleibe ja auch noch eine Weile. Nach dem ausgewogenem Frühstück gehen Anni und ich noch mal eine Runde spazieren. Wir schlendern durch die Straßen, unterhalten uns und genießen einfach nur die Bewegung. Es hat mittlerweile aufgehört zu regnen und es ist schwül warm. Die Luft ist feucht und man hat das Gefühl, die Kleider kleben an einem fest. Anni findet hier das ein oder andere Mitbringsel und kauft mit den letzten Cedis noch eine Ananas und Kokosnuss für Zuhause. Gegen zwölf Uhr kommen wir wieder zurück. Die Pflegekinder spielen mit Kindern aus der Nachbarschaft Gummitwist auf der Terrasse, es herrscht eine gemütliche Stimmung hier. Magda zeigt mir noch ihr neues Kleid, das sie sich von einer Schneider um die Ecke am Vortag nähen lassen. Es sieht sehr schön aus und sie zeichnet mit den Schnitt des Kleides auf einem Stück Papier auf. Es wird langsam Mittag und es verbleiben nur noch wenige Stunden bis zum Flughafentransport. Dani macht nochmal zur Feier des Tages Waffeln für alle und dazu gibt es noch mal Kaffee. Anni packt noch einaml ihre Kpanlogo-Trommel aus und wünscht sich von Uschi, dass sie für uns trommelt. Ich habe Glück und lerne einen tollen Kpanlogo-Rhythmus. Alle trommeln und klatschen mit und Dani spielt ebenfalls eine mir bekannte Glockenstimme auf der Blechschüssel beim Teigmachen mit. Gegen 15:00 Uhr kommt nun Mustafa mit seinem tollen Jeep angefahren, um die Mädels zum Flughafen zu bringen. Es ist noch einbisschen Zeit und somit gesellt er sich noch kurz zu einer Tasse Tee zu uns auf die Terrasse. Glücklicherweise entdeckt er die Trommel hinter sich und spielt ebenfalls ein kleines Abschiedsständchen. Die Kinder motiviert er dazu zu tanzen. Stundenlang könnte ich noch hier sitzen und realisiere immer mehr, dass es nur noch wenige Minuten sind, die wir hier gemeinsam verbringen.
Ich fühle mich ja schon immer einbisschen traurig, wenn so liebe Menschen, die ich gerade erst kennen gelernt habe, wieder abreisen. Aber trotzdem genieße ich den Tag und freue mich über die netten Kontakte. Ich selbst bin immer wieder froh, dass ich noch nicht zurück fliege und dass ich noch vier weitere Monate hier in Ghana verbringe....welche leider zu schnell vorbei gehen.