Samstag, 24. Juli 2010

Die Entwicklung des Kinderzentrums nach 6 Wochen harter Arbeit

die Kinder des Kinderzentrums und so viele weiße "teachers"...   





Teambesprechung auf der Veranda

Kinderschminke...wow, was ist das?!

Frühstück auf der Veranda

"Unterricht" mit den Krippenkindern

unser Spielplatz mit Rutsche und Schaukel - selten zu finden in Ghana

Fußballspielen auf der Veranda

Auffädeln von Perlen
höchste Konzentration

frei zugängliches Spielmaterial

Mal-/Zeichenbereich mit Staffelei

der Krippenraum

eine Bauecke im Krippenraum

Seit der Eröffnung im Oktober 2009 besuchen nun 32 Kinder das Kinderzentrum. Dies ist als großer Erfolg zu verzeichnen.
Die Regenzeit im Juni und Juli 2010 hat dem Gebäude aber so schwer zugesetzt, dass die Räume nach nur 9 Monaten Betriebzeit wieder renoviert werden müssen. Das Wasser lief an den Innenwänden herunter, Schimmel bildete sich an den Decken und auch das Außengelände wurde stark in Mitleidenschaft gezogen.
der Kindergartenraum
Doch durch unser starkes Engagement aller  freiwilligen Mitarbeiter aus Deutschland und Rose, konnte bereits ein Großteil der Schäden behoben werden und die Räumlichkeiten wurden nach den ersten Renovierungsarbeiten sehr ansprechend für die Kinder gestaltet.Den Kindern stehen zwei Klassenräume zur Verfügung, die sich in Kinderkrippe und Pre-School-Class unterteilen. In der Kinderkrippe werden 19 Kinder im Alter von 1-3 Jahren betreut, und in der Pre-School-Class sind 13 Kinder im Alter von 3-6 Jahren. Zur Zeit arbeiten drei Angestellte in den Kindergruppen und eine Hauswirtschaftskraft ist für die Zubereitung der Mahlzeiten verantwortlich.
Bisher hat keine der Angestellten eine pädagogische Ausbildung, was sich in der Struktur des Tagesablaufes, im Umgang mit den Kindern und auch den Angeboten widerspiegelt.
Wir ausgebildete pädagogische Fachkräfte unterstützen zur Zeit intensiv die Arbeit mit den Kindern und bringen neue Impulse und Anregungen aus dem europäischen Bildungssystem ein.
Im Sinne interkultureller Erziehungsarbeit wird ein Konzept für die Einrichtung erstellt, welches die Vorteile beider Kulturen miteinander verbinden soll.
Im Kindergartenalltag sind momentan deutliche Unterschiede zwischen den Kulturen in Hinsicht auf die Haltung gegenüber des Kindes, Umgang mit Lob und Strafe, Motivation und Norme- und Wertevermittlung spürbar. Die Methoden der Unterrichtsgestaltung sind sehr Lehrerzentriert und erscheinen für Außenstehende oftmals unsystematisch. Die Kinder werden hier wenig aktiv in die Gestaltung des Tagesablaufes bzw. der Unterrichtseinheiten mit einbezogen. Es wird nicht situationsorientiert in den Gruppen gearbeitet. Der genaue Blick auf die Individualität des einzelnen Kindes in Bezug auf deren Interessen, Fähigkeiten, Entwicklungsstand, Defizite und Bedürfnisse fehlt. Den Mitarbeitern ist es fremd die Kinder zu begleiten und sie im Umgang mit Materialien anzuleiten. Ein freies von den Kindern selbst gesteuertes Spiel fand bislang in dem sehr straff gestrickten Stundenplan keinen Platz. In der Kinderkrippe stehen die pflegerischen Tätigkeiten stark im Vordergrund - parallel läuft im Klassenzimmer nebenan die Vermittlung des “3er- Einmaleinses” Diese aus europäischer Sicht nicht altersgemäße Bildung führt dazu, dass die Kinder zwar rhythmisch perfekt mitsprechen können, aber kein logisches Verständnis für die Inhalte entwickeln können. Die einzelnen Unterrichtseinheiten sind auch nicht auf individuelle Konzentrationsspanne und Interessen der Kinder angepasst, wodurch häufig Unausgeglichenheit und Unruhe bei den Kindern zu beobachten ist. Dies wirkt sich stark auf den Umgang der Kinder miteinander und dem nur wenig vorhanden Spielmaterialien aus. Durch den stark schulischen Charakter nehmen die Kinder stets eine passive Rolle ein, werden nicht an ihre eigenen Grenzen gebracht und erleben so selten eine echte Herausforderung.
Erste Ansatzpunkte für uns Freiwilligenhelfer ist nun die Umgestaltung der Räume, Einführung von Spiel- und Lernmaterial und die Umstrukturierung des Tagesablaufs um ein kindzentriertes Arbeiten zu ermöglichen. Bereits nach wenigen Wochen ist eine wesentlich angenehmere Spielatmosphäre und ein konfliktfreieres Miteinander zu beobachten. Der Alltag ist nicht mehr geprägt von Streitereien um das wenige Spielmaterial, dass die Kinder nur an sich gerissen haben und dann nicht mehr hergegeben wollten. In den einzelnen Klasen finden die Kinder nun ansprechendes Spielmaterial, das ihnen auch frei zugänglich ist. Die einzelnen Tischen und die Bauecke bieten nun die Möglichkeit für intensives Einzel- oder Zusammenspiel in Kleingruppen. Die Kinder gehen sehr offen mit diesen Veränderungen um. Es ist schön zu beobachten, wie sie eigene Spielideen entwickeln und wie klare Regeln Orientierung bieten und die Experimentierfreude unterstützen. Die Kinder treten nun aktiv miteinander in Kontakt und es entstehen durch gemeinsame Interessen erste Freundschaften. Auch der Außenspielbereich wird jetzt deutlich häufiger frequentiert. Die Kinder nutzten intensiv die beiden Rutschen und die Schaukel. Das Fußballspiel ist bei den Jungs und bei den Mädchen gleichermaßen beliebt und aufgereihte Steine bieten eine lange Balancierstraße. Die Kinder lieben und nutzen das vorhandene natürliche Material. Steine, Gräser, Stöcke und Erde werden ausgiebig in ihr phantasievolles Rollenspiel integriert. Auch die Veranda hat nun mehr zu bieten als Fläche zum Rennen. Aufgemalte Spiele geben den Kindern neue Impulse aktiv zu werden und eigene Spielideen zu entwickeln, sehr beliebt sind zum Beispiel Hüpfspiele.
Um für die pädagogischen und psychologischen Hintergründe der Veränderungen zu sensibilisieren und um die neuen Ideen und Anregungen im Austausch mit den Angestellten gemeinsam zu entwickeln, finden regelmäßige Teamsitzungen statt. Ziel ist nun, gemeinsam ein Konzept für die Arbeit der Einrichtung zu entwickeln, das eine Brücke zwischen beiden Kulturen darstellt. Deswegen heißt der Kindergarten auch “THE BRIDGE”.
Ein großer Fortschritt dieses Konzeptes ist, dass die Kinder im Kinderzentrum gewaltfreie Erziehung erleben und auch selbst zu einem respektvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit ihrer Umwelt und ihrer Umgebung angehalten werden. Erste Rückmeldungen von den Familien über positive Verhaltensweisen der Kinder bestätigen die effektive Arbeit. Obwohl sich genau an dieser Stelle das Konzept von anderen Einrichtungen unterscheidet, wird deutlich, dass dies erste Schritte auf dem Weg in die richtige Richtung sind.
Die Arbeit im Kinderzentrum kann als Pilotprojekt angesehen werden. Ausgebildete pädagogische Fachkräfte, die Interesse haben das Projekt zu unterstützen, sind stets eine große Bereicherung für das Kinderzentrum. Die Arbeit ist nicht immer einfach und erfordert viel Engagement. Die täglich zu beobachtenden kleinen Fortschritte der Kinder geben viel Kraft und Motivation für dies sinnvolle und wertvolle Arbeit im Kinderzentrum. Täglich begrüßen einen strahlende Kinderaugen und dankbare Kinder, die man sofort in sein Herz schließt. 
Ein Patenschaftsprogramm kann vielen Kindern den Besuch des Kinderzentrums, durch die Übernahme der Schulgebühren, ermöglichen.

Strom für Ghana! Das Volta-Projekt

Nana und ich


Ausflug nach Akosombo zum Voltastaudamm!
Ray war unser Fahrer und zusammen mit Anke und Nana ging es zum Staudamm des Voltasees in Akosombo, nord-östlich von Teshie.
Die Fahrt war sehr angenehm, denn es war bewölkt, auch etwas windig und zwischendurch regnete es sogar einbisschen. Die Landschaft war sehr schön-vieles gab es zu entdecken und zu sehen. Durch die Regenzeit ist alles schön grün und pflanzenreich. Keine Ahnung, ob es generell hier so aussieht!

Feldarbeit

Vorsicht! Freilaufende Affen!!!
ein Fischerboot auf dem Voltalake
der Staudamm
Anke und ich
Die Fischer beim Fischfang
Wir hatten ein super köstliches Lunch-paket mit tollen Leckereien dabei und uns fehlte es an nichts. Natürlich bekam Nana gleich nach wenigen Minuten Fahrt rießen Hunger und fiel wie ein kleines Raubtier über das "Teabread" (Weißbrot) her. Als Ray plötzlich bremste und mir zu rief schnell ein Foto zu schießen, erschrak ich im ersten Moment...und als ich aus der Windschutzscheibe schaute, sprangen plötzlich ein Rudel kleiner Affen auf der Straße herum und jagten von der einen zur anderen Seite. Hier bräuchte man echt ein Schild am Straßenrand "Vorsicht! Freilaufende Affen!" oder so:-)
Gegen zwölf Uhr kamen wir dann in Akosombo an. Zum Mittagessen gab es Yam und Pfeffer und für Ray noch einen Stinkefisch dazu. Naja, uns wurden noch von allen Seiten Schnecken- und Schlangenspieße, rießiges Meeresgetier am Stil und auch Schweinefüße durch die Scheiben gereicht und angeboten. Doch als sie gemerkt haben, dass ich mich eher davor ekel und kein Interessen hatten, irgendetwas davon auch nur anzurühren, sind die Frauen auch schon wieder verschwunden. Nana hatte da eindeutig die bessere Idee und besorgte für uns noch leckere Springrolls (Frühlingsrollen) bei einer Straßenverkäuferin. Das ist dann auch schon eher mein Geschmack! Nach dem kurzen Break ging es dann weiter zum Staudamm-wir hatten eine Führung und bekamen so die wichtigsten Infos über das Voltalake-Projekt erklärt. Es ist wohl das größte und auch teuerste Projekt, das bisher in Ghana in Angriff genommen wurde. 1961 wurde mit dem Bau des Dammes begonnen. Und trotz der damals vielen Zweifel schätzt sich Ghana heute sehr glücklich, diesen Staudamm zu besitzen. Das Projekt verhielf dem Land dabei sich unabhängig zu machen und die eigene Wirtschaft anzukurbeln. Durch den Staudamm produziert so viel Strom, dass 80% des Landes damit versorgt wird und auch Strom nach Togo und Nigeria exportiert werden kann. Ich frag mich, warum wir dann so oft Stromausfall hier haben???


der Stadamm

Es war auf jeden Fall ein interessanter Ausflug, sehr entspannend und erholsam von den stressigen und harten Arbeitstagen.