Donnerstag, 9. September 2010

Ein Ziegenfest zum Abschied und die erste Woche im Kindergarten

...nun habe ich auch Anke und Tamara unter Tränen (nicht bei mir) hier verabschiedet und die beiden sind letzten Donnerstag zurück nach Deutschland geflogen. Zum Abschied hat Rose und ihre Familie ein super leckeres Essen arrangiert und zur Feier des Tages wurde sogar eine Ziege geschlachtet. Ja,...hier im Hof gegen Abend, wir waren alle live dabei!!! Schon auf dem nach Hauseweg wusste ich, was an diesem Abend auf mich zu kommen würde und plözlich wurde mir ganz schwindelig und ich habe sogar Schweißausbrüche bekommen. Naja, vielleicht hab ich auch einfach zu wenig Wasser getrunken, wer weiß...
Ich war auf jeden Fall total mutig und habe mir das Schlachten der Ziege angeschaut. War schon krass, noch zuvor stand sie lebendig bei uns im Hof (ich glaube ihre Beine waren gebrochen) und hat mich mit großen Kulleraugen angeschaut. Ich hielt einen Sicherheitsabstand von 2-3 Metern ein und beäugelte schweren Herzens, wie zwei Männer die Schlachtung durchführten. Die Ziegen hat schon total geschrien...will es auch nicht näher ausführen. FAZIT: Als die Ziege später nach etwa 2 Stunden dann zubereitet mit Pfeffer und Brot serviert wurde, kam ich nun zum ersten Mal in den "Genuss" Ziegenfleisch (frischer geht es ja wohl nicht mehr) zu kosten. Ich muss sagen, es hat echt stark nach Ziege geschmeckt. Es war ein intensiver Fleischgeschmack und ich habe schön viel viel scharfen Pfeffer dazu gegessen und zwischen durch gab es einpaar Herb Afric (Schnaps) für das Wohlbefinden meines Magens. Alles Gut! Danach Immes, war Fleischkoma angesagt....u know!
So viel zum Ziegenfest und "fleischum", auf der Arbeit sind wir nun auch wieder voll eingestiegen. Die erste Woche war eher sehr gemütlich und es waren immer nur zwischen 10-15 Kinder da. Somit konnte ich sehr intensiv mit einzelnen Kindern und kleinen Spielgruppen arbeiten und sie begleiten. Als neues beliebtes Spielmaterial habe ich nun die aus Deutschland gesponsorten Duplo-Lego­bausteine eingeführt. Die Kinder entwickeln sich von Tag zu Tag mehr zu kreativen Konstrukteuren und es entstehen tolle Bauwerke. Heute haben wir 4 neue 2-jährige Kinder in unsere Kinderkrippe aufgenommen. Hier versteht man etwas anderes unter "Eingewöhnungszeit", denn die Kinder werden direkt an ihrem ersten Tag morgens zeitig von den Eltern gebracht und erst nach Kindergartenende am Nachmittag abgeholt. Ich war schon sehr begeistert darüber, wie super die Jungen ihren ersten Tag in der für sie total neuen Umgebung mit so vielen fremden Menschen gemeistert haben. Ich war auf weitmehr Tränen, Trennungsschmerz und Kummer bei den Kindern eingestellt, als die Eltern sich verabschiedet haben. Ich bin mal gespannt, wie nun die nächsten Tage laufen werden. Auch unsere 1.Klasse hat nun mit vier Kindern gestartet und die ersten Wechsel von Krippenkindern in den Kindergarten sind geplant. Die Fortschritte und Erfolge sind auch noch nach den 3 Wochen Ferien täglich im Kinderzentrum sichtbar und ich bin stolz, wie positv sich die Kinder und auch die Arbeit im Kinderzentrum bis jetzt entwickelt haben.

Ich habe auch ein paar Leute in Accra kennen gelernt, die alle etwas mit Trommeln zu tun haben. Sie laden mich manchmal ein, sie auf Auftritte bei Gottesdiensten, Beerdingungen...zu begleiten. Ist echt schön hier einbisschen Anschluss gefunden zu haben, nach dem nun alle Weißen abgereist sind. Morgen früh treffen wir uns gegen 8 in Accra und dann fahren wir zusammen auf eine Performance. Bin gespannt, wo es denn da genau hin geht. Mittags bin ich dann noch auf eine Baby-Party (Taufe) eingeladen, was hier auch ziemlich groß gefeiert wird. Ist schon toll alles so hautnah mit zu erleben. Wie heißt es so schön "Mittendrin statt nur dabei!" Klar ist jeder immer über meine Anwesenheit als einzigster Weißer sehr erfreut und es wird ne Menge gelacht mit dem Obruni.