W O W ! Kaum zu glauben, der September ist nun auch schon bald vorbei.
Die letzten Wochen war ich viel mit Kofi und seinen Trommelleuten unterwegs. Jedes Wochenende werde ich herzlich zu verschiedenen Auftritten, wie Beerdigungen, Kirchenveranstaltungen, Trainingsabende...eingeladen. Ich mag es sehr, mit ihnen in einem kleinen wackeligen Trotro, voll geladen mit Trommeln und Kleinpercussions, durch Accra zu fahren. Immer sind sie laut am singen, klatschen... und ich genieße sehr die Leichtigkeit und Lebensfreude dieser Leute. Es ist so spannend! Manchmal fühl ich mich wie ein kleiner Groupie, der mit der Band von Auftritt zu Auftritt reist.
Aber sie sind auch stets meine Zuschauer, wenn ich im Hof meine Trommel- und Tanzstunden habe. Ja genau, ich habe nun zweimal wöchentlich Trommel- und Tanzstunden mit zwei wunderbaren Lehrern. Der Unterricht findet immer gegen 18:00 Uhr nach Kofis Training in dem Hof seines Chefs statt. Anfangs war ich einbisschen verunsichert, da ich mir bereits dachte, dass ich dann immer viele neugierige Zuschauer haben werde. Doch es macht mir nichts aus zwischen spielenden Kindern,wuseligen Hunden, gewichtestämmenden Männern, kochenden Frauen...zu tanzen. Manchmal bin ich dadurch zwar einbisschen abgelenkt , doch ich lerne schnell und die Leute sind fleißig am klatschen, wenn ich meine Tanzeinlage hingelegt habe. Wahrscheinlich sind sie nur einfach höflich und freuen sich, dass ich Interesse an ihrer Kultur zeige. Hahaha, ist bestimmt immer witzig für die Ghanaer einem Obruni beim Tanzen zu zuschauen. Doch ich bekomme nun regelmäßig eine super Unterstützung von einer Tänzerin aus Kofis Gruppe. Sie tanzt gerne mit, wenn Selina mich unterrichtet. Zu dritt macht es mehr Spass, wenn wir zusammen im Kreis tanzen. Beim letzten Mal kam im Anschluss eine Frau auf mich zugestürtzt und wollte mir einen Cedi in die Hand drücken. Sie fand wohl Gefallen an meiner Art zu tanzen und wollte mich gleich zum Biertrinken einladen. Oh ich mag diese Offenheit und Fröhlichkeit der Menschen hier so gerne. Ich fühle mich so wohl und freue mich, die Menschen und das Leben hier in allen Facetten kennen zu lernen. Ich genieße es mit Kofi durch die kleinen Gassen von Accra zu spazieren, hier Freunde zu treffen und da Familienmitglieder zu begrüßen. Ständig werde ich zum Essen eingeladen und ich koste alle möglichen Leckerein. Wenn ich zu meinen Unterrichtsstunden laufe, begrüßen mich viele Leute unterwegs und sie wissen genau, dass ich zum Trommeln verabredet bin. Kinder kommen rufend auf mich zugerannt, nehmen mich an der Hand und führen mich zu Kofi, der bereits im Hof mit seiner Gruppe trainiert. Ich fühle mich solangsam richtig selbstsicher hier und es ist kein Problem für mich alleine durch die Straßen zu laufen. Klar bekommt man hin und wieder mal einen flotten Heiratsantrag und viele wollen dein "special-friend" sein, aber wenn man mit den Menschen hier lacht und ihnen stets freundlich begegnet, dann hat man immer viel Spass mit ihnen. Manchmal vergesse ich sogar, dass ich eine andere Hautfarbe habe und fühle mich total integriert. Doch die rufenden Kinder erinnern mich stets daran, dass ich ein Obruni bin und doch immer wieder auffalle.
Montag, 27. September 2010
Sonntag, 26. September 2010
Ein großer Abenteuerspielplatz für Kinder
Die Arbeit im Kinderzentrum ist nun wieder voll im Gange. In diesem Monat haben wir bereits 6 neue Kinder aufgenommen. Davon gehen fünf zweijährige Jungen in die Krippe und ein dreijähriger Junge in die Kindergartenklasse. Ich arbeite nun mit 22 Krippenkindern zusammen. Da gibt es echt viel zu tun!!! Zur Zeit suchen wir dringend noch 2 Erzieherinnen zur Unterstützung der Arbeit im Kindergarten- und Krippenbereich, da wir zu wenig Personal haben. Seid anfang der Woche arbeiten zwei junge Frauen nun zur Probe im Kinderzentrum und es werden noch weitere Bewerber sich vorstellen. Ich bin sehr froh, wenn wir noch zusätzliche Mitarbeiter bekommen, damit sich die Arbeit in den einzelnen Klassen entzerrt und ich mich auch intensiver um die Neuankömmlinge kümmern kann. So langsam merke ich auch schon, dass ich selbst nur noch ca. 10 Wochen in Ghana sein werde. Mir ist es wichtig, dass die positive Entwicklung im Kinderzentrum kontinuierlich weiter läuft und sich das besondere Schulsystem oder auch Konzept weiter ausbaut. Jetzt, wo ich richtig hier in Ghana angekommen bin, mich gut im Kinderzentrum eingelebt habe, erste Kontakte zu Eltern knüpfe und die Kinder mit ihren Bedürfnissen und Interessen kennen lerne,...was soll ich sagen? Die Zeit vergeht zu schnell und ein halbes Jahr ist sehr schnell vorbei.
Doch ich will mal nicht so traurig klingen, denn noch bin ich voll und ganz da und erlebe täglich spannende Situationen mit den Kindern. In den letzten Wochen wurde eine überdachte Hütte für das Außengelände von einem Tischler gebaut. Für die Kinder war dies nun ganz klar ein tolles Paradis zum Spielen, Erkunden und Entdecken. Alle waren ganz aktiv und sehr kreativ im Umgang mit den Baumaterialien. Große Holzleisten, Bretter und Balken wurden in die Hütte geschleppt und dann wurde fleißig gearbeitet. In kleinen Gruppen fanden eine Menge interessanter Rollenspiele bei den Kindern gemischten Alters statt. Die Mädchen bevorzugten traditionell das beliebte Mutter-Vater-Kind-Rollenspiel. Leere Dosen, Flaschen, Holzplatten und große Steine regten die Kindern zum Kochenspielen an und es wurden typische ghanaische Leckereien, wie Fufu, Banku, Rice&Chicken... zubereitet. Alte Autoreifen dienten hier besonders gut als bequeme Sitzmöglichkeit oder wurden auch als Feuerstelle umfunktioniert. Ich begleitete noch ein zweite Kindergruppe bei einer interessanten Aktion. Der Plan von zwei Jungen und einem Mädchen war es, aus Brettern und Holzbalken eine Wippe zu bauen. Alles was die Kinder um sich herum gefunden haben, war total wertvoll und kam gleich kreativ zum Baueinsatz. Riesige Nägel hauten die Jungs mit großen Steinen in die Holzbalken hinein. Bei dem ersten Anblick blieb mit fast das Herz stehen und bereits nach wenigen Minuten musste ich feststellen, dass sie wohl besser mit Steinen im Hämmern sind, als ich mit einem guten Hammer. Erstaunlich fand ich den sicheren und gezielten Umgang der Kinder mit dem Material. Die Kinder haben sich gut miteinander abgesprochen, sich gegenseitig unterstützt und sich aktiv an dem Bau der Wippe eingebracht -" super Teamwork!" kann ich nur dazu sagen. Klar, auch die großen Sandberge laden zum Spielen ein und welches Kind mag es nicht gerne im Sand zu buddeln? Rauf und Runter ging es von dem einen auf den anderen Hügel und wenn man sich Holzbertter mit nach oben nimmt, dann kann man sogar damit hinuter rutschen. Ist ähnlich, wie Schlittenfahren!
Doch ich will mal nicht so traurig klingen, denn noch bin ich voll und ganz da und erlebe täglich spannende Situationen mit den Kindern. In den letzten Wochen wurde eine überdachte Hütte für das Außengelände von einem Tischler gebaut. Für die Kinder war dies nun ganz klar ein tolles Paradis zum Spielen, Erkunden und Entdecken. Alle waren ganz aktiv und sehr kreativ im Umgang mit den Baumaterialien. Große Holzleisten, Bretter und Balken wurden in die Hütte geschleppt und dann wurde fleißig gearbeitet. In kleinen Gruppen fanden eine Menge interessanter Rollenspiele bei den Kindern gemischten Alters statt. Die Mädchen bevorzugten traditionell das beliebte Mutter-Vater-Kind-Rollenspiel. Leere Dosen, Flaschen, Holzplatten und große Steine regten die Kindern zum Kochenspielen an und es wurden typische ghanaische Leckereien, wie Fufu, Banku, Rice&Chicken... zubereitet. Alte Autoreifen dienten hier besonders gut als bequeme Sitzmöglichkeit oder wurden auch als Feuerstelle umfunktioniert. Ich begleitete noch ein zweite Kindergruppe bei einer interessanten Aktion. Der Plan von zwei Jungen und einem Mädchen war es, aus Brettern und Holzbalken eine Wippe zu bauen. Alles was die Kinder um sich herum gefunden haben, war total wertvoll und kam gleich kreativ zum Baueinsatz. Riesige Nägel hauten die Jungs mit großen Steinen in die Holzbalken hinein. Bei dem ersten Anblick blieb mit fast das Herz stehen und bereits nach wenigen Minuten musste ich feststellen, dass sie wohl besser mit Steinen im Hämmern sind, als ich mit einem guten Hammer. Erstaunlich fand ich den sicheren und gezielten Umgang der Kinder mit dem Material. Die Kinder haben sich gut miteinander abgesprochen, sich gegenseitig unterstützt und sich aktiv an dem Bau der Wippe eingebracht -" super Teamwork!" kann ich nur dazu sagen. Klar, auch die großen Sandberge laden zum Spielen ein und welches Kind mag es nicht gerne im Sand zu buddeln? Rauf und Runter ging es von dem einen auf den anderen Hügel und wenn man sich Holzbertter mit nach oben nimmt, dann kann man sogar damit hinuter rutschen. Ist ähnlich, wie Schlittenfahren!
Donnerstag, 9. September 2010
Ein Ziegenfest zum Abschied und die erste Woche im Kindergarten
...nun habe ich auch Anke und Tamara unter Tränen (nicht bei mir) hier verabschiedet und die beiden sind letzten Donnerstag zurück nach Deutschland geflogen. Zum Abschied hat Rose und ihre Familie ein super leckeres Essen arrangiert und zur Feier des Tages wurde sogar eine Ziege geschlachtet. Ja,...hier im Hof gegen Abend, wir waren alle live dabei!!! Schon auf dem nach Hauseweg wusste ich, was an diesem Abend auf mich zu kommen würde und plözlich wurde mir ganz schwindelig und ich habe sogar Schweißausbrüche bekommen. Naja, vielleicht hab ich auch einfach zu wenig Wasser getrunken, wer weiß...
Ich war auf jeden Fall total mutig und habe mir das Schlachten der Ziege angeschaut. War schon krass, noch zuvor stand sie lebendig bei uns im Hof (ich glaube ihre Beine waren gebrochen) und hat mich mit großen Kulleraugen angeschaut. Ich hielt einen Sicherheitsabstand von 2-3 Metern ein und beäugelte schweren Herzens, wie zwei Männer die Schlachtung durchführten. Die Ziegen hat schon total geschrien...will es auch nicht näher ausführen. FAZIT: Als die Ziege später nach etwa 2 Stunden dann zubereitet mit Pfeffer und Brot serviert wurde, kam ich nun zum ersten Mal in den "Genuss" Ziegenfleisch (frischer geht es ja wohl nicht mehr) zu kosten. Ich muss sagen, es hat echt stark nach Ziege geschmeckt. Es war ein intensiver Fleischgeschmack und ich habe schön viel viel scharfen Pfeffer dazu gegessen und zwischen durch gab es einpaar Herb Afric (Schnaps) für das Wohlbefinden meines Magens. Alles Gut! Danach Immes, war Fleischkoma angesagt....u know!
So viel zum Ziegenfest und "fleischum", auf der Arbeit sind wir nun auch wieder voll eingestiegen. Die erste Woche war eher sehr gemütlich und es waren immer nur zwischen 10-15 Kinder da. Somit konnte ich sehr intensiv mit einzelnen Kindern und kleinen Spielgruppen arbeiten und sie begleiten. Als neues beliebtes Spielmaterial habe ich nun die aus Deutschland gesponsorten Duplo-Legobausteine eingeführt. Die Kinder entwickeln sich von Tag zu Tag mehr zu kreativen Konstrukteuren und es entstehen tolle Bauwerke. Heute haben wir 4 neue 2-jährige Kinder in unsere Kinderkrippe aufgenommen. Hier versteht man etwas anderes unter "Eingewöhnungszeit", denn die Kinder werden direkt an ihrem ersten Tag morgens zeitig von den Eltern gebracht und erst nach Kindergartenende am Nachmittag abgeholt. Ich war schon sehr begeistert darüber, wie super die Jungen ihren ersten Tag in der für sie total neuen Umgebung mit so vielen fremden Menschen gemeistert haben. Ich war auf weitmehr Tränen, Trennungsschmerz und Kummer bei den Kindern eingestellt, als die Eltern sich verabschiedet haben. Ich bin mal gespannt, wie nun die nächsten Tage laufen werden. Auch unsere 1.Klasse hat nun mit vier Kindern gestartet und die ersten Wechsel von Krippenkindern in den Kindergarten sind geplant. Die Fortschritte und Erfolge sind auch noch nach den 3 Wochen Ferien täglich im Kinderzentrum sichtbar und ich bin stolz, wie positv sich die Kinder und auch die Arbeit im Kinderzentrum bis jetzt entwickelt haben.
Ich habe auch ein paar Leute in Accra kennen gelernt, die alle etwas mit Trommeln zu tun haben. Sie laden mich manchmal ein, sie auf Auftritte bei Gottesdiensten, Beerdingungen...zu begleiten. Ist echt schön hier einbisschen Anschluss gefunden zu haben, nach dem nun alle Weißen abgereist sind. Morgen früh treffen wir uns gegen 8 in Accra und dann fahren wir zusammen auf eine Performance. Bin gespannt, wo es denn da genau hin geht. Mittags bin ich dann noch auf eine Baby-Party (Taufe) eingeladen, was hier auch ziemlich groß gefeiert wird. Ist schon toll alles so hautnah mit zu erleben. Wie heißt es so schön "Mittendrin statt nur dabei!" Klar ist jeder immer über meine Anwesenheit als einzigster Weißer sehr erfreut und es wird ne Menge gelacht mit dem Obruni.
Ich war auf jeden Fall total mutig und habe mir das Schlachten der Ziege angeschaut. War schon krass, noch zuvor stand sie lebendig bei uns im Hof (ich glaube ihre Beine waren gebrochen) und hat mich mit großen Kulleraugen angeschaut. Ich hielt einen Sicherheitsabstand von 2-3 Metern ein und beäugelte schweren Herzens, wie zwei Männer die Schlachtung durchführten. Die Ziegen hat schon total geschrien...will es auch nicht näher ausführen. FAZIT: Als die Ziege später nach etwa 2 Stunden dann zubereitet mit Pfeffer und Brot serviert wurde, kam ich nun zum ersten Mal in den "Genuss" Ziegenfleisch (frischer geht es ja wohl nicht mehr) zu kosten. Ich muss sagen, es hat echt stark nach Ziege geschmeckt. Es war ein intensiver Fleischgeschmack und ich habe schön viel viel scharfen Pfeffer dazu gegessen und zwischen durch gab es einpaar Herb Afric (Schnaps) für das Wohlbefinden meines Magens. Alles Gut! Danach Immes, war Fleischkoma angesagt....u know!
So viel zum Ziegenfest und "fleischum", auf der Arbeit sind wir nun auch wieder voll eingestiegen. Die erste Woche war eher sehr gemütlich und es waren immer nur zwischen 10-15 Kinder da. Somit konnte ich sehr intensiv mit einzelnen Kindern und kleinen Spielgruppen arbeiten und sie begleiten. Als neues beliebtes Spielmaterial habe ich nun die aus Deutschland gesponsorten Duplo-Legobausteine eingeführt. Die Kinder entwickeln sich von Tag zu Tag mehr zu kreativen Konstrukteuren und es entstehen tolle Bauwerke. Heute haben wir 4 neue 2-jährige Kinder in unsere Kinderkrippe aufgenommen. Hier versteht man etwas anderes unter "Eingewöhnungszeit", denn die Kinder werden direkt an ihrem ersten Tag morgens zeitig von den Eltern gebracht und erst nach Kindergartenende am Nachmittag abgeholt. Ich war schon sehr begeistert darüber, wie super die Jungen ihren ersten Tag in der für sie total neuen Umgebung mit so vielen fremden Menschen gemeistert haben. Ich war auf weitmehr Tränen, Trennungsschmerz und Kummer bei den Kindern eingestellt, als die Eltern sich verabschiedet haben. Ich bin mal gespannt, wie nun die nächsten Tage laufen werden. Auch unsere 1.Klasse hat nun mit vier Kindern gestartet und die ersten Wechsel von Krippenkindern in den Kindergarten sind geplant. Die Fortschritte und Erfolge sind auch noch nach den 3 Wochen Ferien täglich im Kinderzentrum sichtbar und ich bin stolz, wie positv sich die Kinder und auch die Arbeit im Kinderzentrum bis jetzt entwickelt haben.
Ich habe auch ein paar Leute in Accra kennen gelernt, die alle etwas mit Trommeln zu tun haben. Sie laden mich manchmal ein, sie auf Auftritte bei Gottesdiensten, Beerdingungen...zu begleiten. Ist echt schön hier einbisschen Anschluss gefunden zu haben, nach dem nun alle Weißen abgereist sind. Morgen früh treffen wir uns gegen 8 in Accra und dann fahren wir zusammen auf eine Performance. Bin gespannt, wo es denn da genau hin geht. Mittags bin ich dann noch auf eine Baby-Party (Taufe) eingeladen, was hier auch ziemlich groß gefeiert wird. Ist schon toll alles so hautnah mit zu erleben. Wie heißt es so schön "Mittendrin statt nur dabei!" Klar ist jeder immer über meine Anwesenheit als einzigster Weißer sehr erfreut und es wird ne Menge gelacht mit dem Obruni.
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