alles kommt manchmal anders als man denkt und somit verbrachte ich meine letzten Urlaubstage die meiste Zeit damit, meinen Pass wieder zu bekommen...spannende Geschichte, denn der geriet leider vor 4,5 Monaten in die Händen eines korrupten Offiziers des Immigrationoffice, der lieber meine 240 Ghana Cedi in die eigene Tasche steckte und meinen Pass wohl bei sich zu Hause in seiner Vitriene dekorierte... I don´t know, scary thing!!! Nach vielen Behördengängen und Telefonaten konnte ich glücklicherweise meinen Pass letzte Woche Mittwoch im Immigrationoffice in den Händen halten, doch leider ohne mein verlängertes Visum, denn darum hat der gute Mr. O. sich nicht bemüht. Was er wohl mit meinen Passfotos gemacht hat, vielleicht stehen die ja eingerahmt auf seinem Nachtisch. Das bedeutete für mich, dass ich den Antrag auf meine Visumsverlängerung erneut stellen musste und zum zweiten mal zahlen durfte. Da der schlaue Kerl mir keine Quittung oder sonstiges aushändigte, hatte ich somit nichts in der Hand und mir blieb nichts anderes übrig, als die Kosten selbst zu übernehmen. Doch ich bin nicht die einzigste Person, der das mit diesem Offizier passiert ist. Seine Vorgesetzte teilte mir bereits letzte Woche mit, dass er dieses fiese Spiel mit vielen jungen Menschen, vorallem Studenten abgezogen hat und er deswegen seine Stelle los ist. Als ich das hörte, bekam ich es im ersten Moment etwas mit der Angst zu tun. Wie der arbeitet nicht mehr beim Immigrationoffice? Wie soll ich dann an meinen Pass kommen? Zu den vereinbarten Treffpunkte erschien er ja leider nie und ich selbst hatte keine Ahnung, wie ich diesen Mann ausfindig machen kann. Hier gibt es leider kein Einwohnermeldeamt. Doch mit viel Geduld und etwas Vitamin B hat er letztendlich den Pass einer Kollegin gegeben, die ihn mit ins Büro brachte. Zum Glück! War schon ein kleines Drama für mich mit vielen unschönen Gefühlen. Doch das aller ärgerlichste an der ganzen Geschichte war, dass ich meine Reise nach Tamale (Nordghana) mit meinen Freunden zum großen Trommel-Tanz-Contest ab harken konnte. Da war ich echt enttäuscht, denn es wäre die einmalige Chance gewesen easy in den Norden zu reisen und vor allem Kultur pur dort zu erleben. Viele verschiedene Trommel- und Tanzgruppen aus allen Regionen Ghanas spielten verschiedene Performance und traten gegeneinander an. Mein Rucksack und Kamerazeug für dieses tolle Event war bereits gepackt und ich start klar...Naja, ich hab mir dann am Ende der Woche berichten lassen, wie der Auftritt lief und hab die Jungs zu zwei anderen Auftritten begleitet. Das war auch interessant und lustig, denn der zweite Auftritt fand in einem 5 Sterne-NOBEL-BONZEN-Holtel statt mit viel Glitzer und Glimmer...Naja, ich war da wohl einbisschen underdress mit meinen Flipflops und bunten Hippierock...dazu hatte ich noch staubige Füße und meine Haare waren auch kurz vor Dreadlock-Stadion...der erste Gang war dann gleich in Richtung Waschraum, schnell vorbei an all den mega schicken Leuten. Doch meine Trommelfreunde haben sich nicht für ihren Obruni geschämt und sie haben mich wieder die kleine Trommel mit den Sticks spielen lassen, als die reichen und berühmten über den roten Teppich einliefen.
Nach etwa drei Stunden war ich dann echt froh, als das alte klapprige Trotro um die Ecke kam, wir es bis oben hin voll stopften mit den Trommeln und es zurück nach Accra centre ging. Danach gab es dann erst mal ein kühles Wasser aus der Tüte und wir saßen alle gemütlich im Hof des Managers und schauten Fotos von alten Auftritten an. Um mich herum versammelten sich wieder tausende kleine Kinder, alle waren wieder ganz neugierig den Obruni zu sehen und die kleinsten haben immer das Glück sich es auf meinem Schoß gemütlich zu machen.
Die folgenden Tagen verbrachte ich dann viel am Meer, gönnte mir sogar an einem besonders heißem Tag ein Abstecher im RamadaHotel-Pool mit Bier und Pizza!!! Muss doch irgendwie die letzten Momente hier in Ghana genießen können, trotz des vielen Ärgers mit meinem Pass. Zur Zeit ist es auch besonders heiß und trocken hier und es ist kaum auszuhalten in der prallen Sonne. Hab mir dann bei meinem Badespass auch gleich mal super meine Nase verbruzelt und einen kleinen Sonnenstich eingehandelt. Die darauffolgende Nacht war dadurch weniger schön...
Heute habe ich noch einmal meine Kinder und die Lehrer im Kinderzentrum besucht und mich von allen verabschiedet. Oh, es war echt schön alle noch einmal wieder zu sehen und wir haben auch schöne Abschiedsbilder mit allen geschossen. Dann hieß es auch gegen halb vier "byebye teacher Ati, bye bye!"...Abschiede sind nie schön.
Die letzten 4 Tage werde ich wohl die meiste Zeit bei meinen Freunden in Accra verbringen und noch die ein oder andere Trommelperformance begleiten. Bei meinem lieblings Beachresort möchte ich auch noch mal vorbei gehen und ein schönes kühles Alvaro trinken, Reggaemusic genießen und den Blick auf die vielen Fischerboote richten, die draußen auf dem Meer unterwegs sind. Ja, das ist sehr entspannend sag ich euch!!!
So ihr lieben fleißigen Leser, das war es nun erst mal von hier...werd versuchen meinen Post ins Netz zu setzen, wenn wir dann mal wieder Strom und Internet haben...ist hier nicht immer so selbstverständlich.
...ja, 173 Tage Ghana, kaum zu glauben, dass mein Aufenthalt in wenigen Stunden vorbei ist...von mir aus könnte es noch ewig so weiter gehen...
Sonntag, 5. Dezember 2010
Montag, 15. November 2010
...meine letzten Tage im Kinderzentrum
| Abigail, Teacher Ati & Sharon |
| Jeffrey und ich |
| Nathaniel und ich |
Kaum zu glauben, dass nun 5 Monate vergangen sein sollen. Es scheint mir, als ob ich meine Arbeit im Kinderzentrum "The Bridge-School" erst letzte Woche begonnen habe. Die Arbeit mit den Kindern, besonders in der Krippe, hat mich sehr stark geprägt. Meine pädagogische Fähigkeiten konnte ich in dieser für mich besonderen Arbeit erweitern, viele neue Kenntnisse dazu gewinnen und ich bin selbst über meine eigenen Grenzen hinaus gewachsen. Die Gestaltung des Alltages im Kinderzentrum war nicht immer einfach. Oft kostete die Arbeit mit den Kindern und den unerfahrenen Mitarbeitern sehr viel meiner Energie. Dazu kommen das heiße Wetter, die fremde Kultur, die schwierigen Familienverhältnisse vieler Kinder, die fremde Sprache... Sehr belastet hat mich auch der Tod eines kleinen zweijährigen Jungens, der bei einem schrecklichen Unfall am 3.11.2010 ums Leben kam. Ich hatte zu Jeffrey eine sehr enge Bindung und wir verbrachten eine intensive Zeit zusammen. Er war meine kleine "Energie-Bombe", immer auf Achse! Immer war er glücklich und zufrieden, hatte eine starke Präsenz und wirkte auf alle wie ein kleiner "Chef". Er liebte Fußball und Trommeln, hier konnte er gut seine Energie raus lassen und wenige Tage vor dem Unglück sagte er zum ersten Mal meinen Namen.... Nach Jeffrey´s Tod habe ich mich zum ersten Mal schrecklich einsam und allein gefühlt. In solch einem schweren Moment habe ich mir so sehr den Zuspruch und Rat meiner Familie, Freunde und auch vertrauter Kollegen aus Deutschland gewünscht. Auf einmal spürt man die vielen vielen Kilometer, die zwischen Ghana und Deutschland liegen. Dieses Erlebnis ist nicht einfach für mich, gerade in einer so fremden Kultur, mit meinen pädagogischen Ansprüche an mich selbst,..."wie soll ich damit fertig werden?" Soll dieser schlimme Unfall nun mein letzter Eindruck, mein letztes Bild meiner langen wunderbaren Zeit hier in Ghana und im Kinderzentrum sein? Ich möchte nicht mit diesem traurigen Gefühl nach Hause fliegen. Aber wie soll ich in den letzten Tagen im Kinderzentrum weiter arbeiten? Vieles ging mir durch den Kopf...Viele mir endlos erscheinende Nächte verbrachte ich schlaflos alleine in meinem Zimmer. Immer wieder spulte ich den Unfall in meinen Gedanken ab, auf der Suche nach der Antwort "wie konnte das passieren?"...doch solche schrecklichen Unfälle passieren leider, ohne das man sie rückgängig machen kann. Ich fasste all meine Energie zusammen und führte meine Arbeit im Kinderzentrum fort, auch wenn ich wusste, dass Jeffrey und seine besondere Persönlichkeit stark im Krippenalltag und in der Gruppe fehlen wird. Es gibt täglich so viele Momente, in denen ich denke, dass er bestimmt gleich um die Ecke kommen wird. Wenn wir z. B. mit den Kindern Musik hören und tanzen, oh wie sehr hat er das geliebt. Ich trage so viele wunderbare Erinnerungen an ihn in meinem Herzen und ich bin glücklich, dass ich ihn kennen lernen durfte. Nach seiner Beerdigung am vergangenem Dienstag, was auch noch einmal viel Kraft kostete, ging es mir dann aber besser und ich hatte die Möglichkeit Abschied zu nehmen. Das ist auch gut so für mich. So kann ich mich auch wieder auf die anderen Kinder und die Arbeit im Kinderzentrum freuen und emotional darauf einlassen.
Heute ist Montag und meine letzte Woche bricht an. Oh, der Gedanke daran...nur noch wenige Tage, nur noch wenige Stunden mit den Kindern...Ich werde die Zeit einfach genießen! Doch zuvor muss ich noch zum Immigration office nach Accra fahren und mich um meinen verschwundenen Pass kümmern...falls er nicht auftaucht, muss ich eben hier bleiben!!!
Mittwoch, 10. November 2010
...die Entwicklung des Kinderzentrums Teil II
Mittlerweile arbeite ich schon 5 Monate in der Bridge-School und ich fühle mich total integriert. Die meisten Kinder kennen nun endlich meinen Namen, wobei ich hier eher "B I A T I" gerufen werden und sie sprechen mich nicht mehr nur mit "Teacher" an. Die Krippenkinder haben eine einfache Abwandelung für meinen Namen entwickelt und nennen mich alle lustigerweise "Teacher Ati". Der meist erklingenste Satz eines jeden Tages lautet: "Teacher Ati, i want water." in ga "Teacher Ati ma nu nu."
Ja, die vielen kleinen Kinder sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich habe zu ihnen eine gute Beziehung aufgebaut. Ich kenne ihre Interessen, ihre Stärken und Schwächen, beobachte täglich so viele Entwicklungsschritte...Wow, es hat sich so vieles hier zum positiven entwickelt, sowohl bei den Kindern als auch bei den Mitarbeitern des Kinderzentrums. Der Anfang meiner Arbeit war nicht einfach. Ich bin in einem riesen Chaos gelandet, ohne klaren Tagesablauf und Konzept der Einrichtung. Vieles habe ich mit den deutschen Volontärs und den Lehrern erarbeitet. Mittlerweile haben wir für die einzelnen Kinderklassen (Krippe, Kindergarten, erste Klasse) effektive Stundenpläne entwickelt, die den Tagesablauf für die Kinder nun effektiv gestalten. Es war nicht immer einfach zwischen beiden Kulturen und Schulsystemen einen Mittelweg zu finden, doch wir haben stets versucht aus Beiden das Beste heraus zu nehmen und mit einander zu vereinen. Ich finde der Name "the Bridge - die Brücke" ist für dieses besondere Konzept sehr passend. Das Kinderzentrum und auch die Arbeitsweisen unterscheiden sich stark von den öffentlichen Schulen. Ich habe gerade letzte Woche eine Schule in Accra besichtigt und die ghanaischen Schulverhältnisse mit eigenen Augen gesehen. Ich war echt geschockt. Rund 400 Kinder im Alter von 1-10 Jahre besuchen hier Krippe, Kindergarten und Grundschule. In jeder Klasse sind ca. 30 Kinder mit einem Leherer bzw. Erzieher und einem Assistenten. Die Räume sind so klein, dass ich mich echt gefragt habe, wie die Erzieher zwischen den vielen Kindern überhaupt laufen können (ohne auf eines drauf zu treten). Alle Kinder saßen dicht nebeneinander gepresst auf kleinen Stühlen und waren am "schreiben". Selbst die Krippenkinder fangen hier bereits mit ca. 2 Jahren an das Alphabet zu schreiben. Ich stand vor den Klassenräumen und ich habe mir nur gedacht, dass ich niemals so arbeiten könnte. Keine Spielsachen, keine Spur von Krippen- oder auch Kindergartenatmosphäre, so wie ich es aus Deutschland kenne, habe ich angetroffen. Der Unterricht ist total Lehrerzentriert und streng. Ein Außengelände gab es für die Kinder nicht zum Spielen und manchmal nutzen sie eine Art Park gegenüber der Schule. Ich habe echt großes Glück in Rose Schule zu arbeiten, denn hier sind die Bedingungen für die Kinder und der Tagesablauf schon sehr fortschrittlich gestaltet. Ich arbeitet nun mit 26 Krippenkindern in einem für meine Verhältnisse kleinem Raum, doch für ghanaische Verhältnisse ist das schon Luxus pur. Auch die mitgebrachten Spielsachen und Lernmaterialien sind eine große Besonderheit für die Schule. Ich verstehe jetzt auch die große Begeisterung der Lehrer, selbst mit den Legos zu bauen oder Puzzle zu spielen. Das ist hier eher unbekannt und total spannend damit zu hantieren. Wir haben seid Oktober nun 3 neue Mitarbeiter im Kinderzentrum, was die Arbeit für mich wieder erleichtert hat. Nach den Ferien waren Eric, Rebecca und ich alleine mit allen Klassen. Aviva, eine damalige Mitarbeiterin, ist nach den Ferien unangekündigt nicht mehr auf der Arbeit aufgetaucht. Somit hatten wir drei übriggebliebenen alle Hände voll zu tun, um die Kinder zu betreuen. Rose hat zum Glück sehr tatenkräftig mit angepackt und sich meistens um die 12 Kinder der Kindergartengruppe gekümmert. Ich habe mit Rebecca in der Krippe zu zweit gearbeitet und wir hatten in diesem Monat noch 6 Eingewöhnungen mit neuen Kindern. Die ghanaische Eingewöhnungszeit ist genau 5 Minuten. Die Kinder werden morgens um 7:30 Uhr zur normalen Öffnungszeit gebracht und nachmittags um 15:30 Uhr wieder abgeholt. Viele Tränen und Geheule gab es zusätzlich in dieser Zeit und meine restlichen 20 Kinder waren ja auch noch da. Nebenher habe ich noch versucht einen effektiven Stundenplan für die Krippenkinder zu entwickeln, um einen guten Tagesablauf zu gestalten. Oft ging es drunter und drüber, aber Rebecca und ich sind zu einem guten Team zusammen gewachsen. Im Oktober liefen dann einige Vorstellungsgespräche und es waren Bewerbe zum Probearbeiten da. Zunächst nur unausgebildete Mädchen, die noch keine Erfahrungen mit pädagogischen Arbeit haben. Meine Aufgabe war es dann zusätzlich, die Lehrer anzuleiten und zu prüfen. Mir wurde echt nie langweilig. Ein Lichtblick war es für mich, als Rose mir erzählte, dass sich eine ausgebildete Lehererin für das Unterrichten unserer 1.Klasse interessiert. Wow, endlich jemand der mir Background über das ghanaische Schulsystem geben kann. Sie fing ebenfalls im Oktober in der Schule an zu arbeiten und Eric wechselte dann von der 1.Klasse in die Krippengruppe. Das war das Beste, was mir passieren konnte. Eric leistet nun so tolle Arbeit in der Krippe und legt viel Herzblut in sein Tun und Handeln mit den Kindern. Da wir 20 Jungen und nur 6 Mädchen in der Krippe haben, ist es ebenfalls super für die Jungs, Eric als männliches Vorbild in der Gruppe zu haben. Alle Kinder lieben Eric und er kann sich sehr gut mit seinem Humor und seinem lustigen Wesen auf diese Altersgruppe einlassen. Ihm fällt es auch viel leichter diese Altersgruppe anzuleiten. Ganz kreativ und selbständig plant er verschiedene Aktivitäten / Unterrichtsstunden für die Krippenkinder. Die Kinder haben viel Spass an seinen lustigen Unterrichtsmethoden und alle sind ganz begeistert, wenn "Mr. Frog" mit ihnen das Alphabet lernt. Ansonsten wird viel getanzt, gesungen und getrommelt in unserer Gruppe. Ich bin wirklich so froh, dass nun Eric die Leitung der Krippe übernommen hat, denn er wird die von mir eingebrachten Ideen und Anregungen für die Arbeit bestimmt gewissenhaft weiterführen. Das freut mich echt sehr und ich kann nun auch immer mehr Verantwortung an die einheimischen Mitarbeiter abgeben, denn ich selbst bin nur noch wenige Wochen im Kinderzentrum tätig. Schön war es auch, als Mirjam und wenig später Sabrina als zusätzliche Unterstützung aus Deutschland im Kinderzentrum ankamen. Mit Miri konnte ich gleich von Anfang an super kooperativ zusammen arbeiten. Ich mag sehr ihre offene und lebendige Art. Sie liebt es zu singen und hat eine tolle Stimme. Es tut mir so gut, mich mit ihr auszutauschen. Sie brachte viel positive Energie mit von Zuhause und kam zu einem Zeitpunkt, an dem ich selbst richtig ausgepowert war. Auch über den pädagogischen Austausch und ihr Feedback in Bezug auf meine Arbeit ist für mich sehr wertvoll. Ja es ist wirklich schön, wieder einen Obruni auf der Arbeit zu haben!
Montag, 8. November 2010
Afadzato, der höchste Berg Ghanas und der Tagbo-Wasserfall
...nun hat es endlich geklappt und ich bin letztes Wochenende zusammen mit Kofi für 4 Tage in die Volta-Region gereist. Unser Ziel war ein kleines Dorf namens Liati Wote, nahe der Grenze zu Togo. Hier befindet sich Ghanas höchster Berg Afadzato (968 Meter hoch) und auch der Tagbo-Wasserfall, einer der bisher unbekannteren Wasserfälle in Ghana.
Accra - Freitag Morgen 8:00 Uhr (pünktlich auf die Minute - und das in Afrika!) Die Fahrt mit einem überladenen Trotro voll gestopft mit Menschen und Gepäck konnte los gehen. Nach etwa einer Stunde Fahrt qualmte plötzlich das Trotro und die erste Panne stand auf dem Programm. Mal wieder, wie mir bereits bekannt, "Ölverlust" - die nächste Werkstatt wurde angefahren und viele Ghanaer versammelten sich um den überladenen Kleinbus, auf der Suche nach dem Problem..."das konnte dauern", dachten wir uns und machten uns erst mal auf den Weg zum Eiskaufen. Ein schattiges Plätzchen auf einer Bank ließ sich schließlich auch finden und somit war das Warten recht entspannt. Ein alter Mann, der in einem alten Autositz saß, leistete uns Gesellschaft und erzählte mir ausführlich seine Lebensgeschichte in einem mir leider nicht leicht verständlichen Englisch.
Anschließend erhielt ich meine ersten Gesangsstunden von Kofi und ich lernte zwei Kpanlogo-Lieder auf Ga. Den Liedtext schrieb er für ein besseres Verständnis mit einem Stock in den Sand. Neugierige Ohren trudelten nacheinander ein und sangen erfreut mit. Es wurde gesungen, geklatscht und gelacht. Alle hatten wir viel Spass und nach ca. 1,5 Stunden Trotro-Reparatur, setzten wir unseren Trip fort. Die Fahrt in die Volta-Region war herrlich. Es wurde immer grüner und die großen menschenüberfüllten, stinkenden Straßen verwandelten sich in grüne Felder mit kleinen Hütten aus Lehm und Bambus. Ich hatte den Genuss eines Fensterplatzes und genoss in vollen Zügen die tolle Aussicht und auch die frische Luft, die mir um die Nase wehte. Bei 32Crad in einem vollem Trotro ist es sehr empfehlenswert, sich einen Fensterplatz zu organisieren! Gegen 1 Uhr kamen wir unserem Ziel schon deutlich näher und wir stiegen unterwegs um in ein Taxi, dass uns dann über viele huppelige Straßen mit sehr sehr vielen Schlaglöchern in das schöne kleine Dorf Liati Wote fuhr. Ich hatte wieder Glück und der Fahrer ein großer Reggaefan mit einer sehr tollen Auswahl an Musik. Somit wurde die Fahrt sehr gechillt und wir schaukelten langsam von einem Schlagloch in nächste. Unterwegs begegneten wir vielen Farmern die mit riesen Buschmessern auf dem Kopf der Straße entlang liefen. An einer großen Mangoplantage machten wir kurz halt, um uns mit guten Vitaminen zu versorgen. Sehr lecker! Als wir dann endlich bei dem kleinen Guesthouse ankamen, war zunächst niemand anwesend. Wir machten es uns mit unserem Gepäck auf einer Bambusbank unter einem Baum gemütlich und erholten uns von der anstrengenden Fahrt. Plötzlich erblickte Kofi seinen alten Freund, der sich selbst "Mausi" nennt (zumindest hab ich das immer verstanden?) und er organisierten uns eine kleine Hütte zum Übernachten. Unser Zimmer war sehr einfach ausgestattet mit einem Bett, Ventilator, Tische, Stuhl und sogar einem Spiegel. Es war sehr gemütlich doch leider etwas muffig, aber nun gut zum Schlafen reicht es aus. Nachdem wir dann unsere Sachen unterbrachten, machten wir uns auf das Weg ins Dorfzentrum. Also immer der einzigsten Straße entlang, gerade aus... und nach wenigen Minuten Fußmarsch trifft man schon den richtigen Ansprechpartner, den Dorfchief! Herzlich nahm er uns in Empfang und es wurden fleißig Hände geschüttelt. Plötzlich tauchten von allen Seiten und Ecken Leute auf, die begeistert Kofi riefen und ihn erfreut grüßten. Ja, selbst in einem so kleinem Dörfchen, weit weg von Accra, kennt man den berühmten Trommelmaster der traditionellen Trommelkultur. Wir wurden dann stolz in das wohl neu erbaute Touristenbüro geführt, um unsere beiden Ausflüge für die nächsten Tage zu organisieren. Faith, ein netter Teenie Ende 17, war unser Guide für die Tour. Wir lernten gleich noch seine ganze Familie und sein Familienhaus kennen und bekamen auch hier von allen Essen und Trinken angeboten. Hier wird PALMWEIN ganz GROSS geschrieben, denn diese Region ist bekannt für frischen und leckeren Palmwein. Dann ging es weiter zum "Stella´s inn", der einzigsten Dorfkneipe. Dort wurden wir zum Kartenspielen eingeladen. Natürlich wieder nur Männer in der Runde, ich die einzigste Frau und dazu noch ein Obruni...ja, es war wieder spannend. Die Spieltechnik des Kartenspieles hab ich nicht ganz durchblicken können. Aber zumindest haben sie mich zum Führen der Punktetabelle engagiert. Vergnügt beobachtete ich das Zocken der Männer und aß genüsslich meine kleinen Minibananen. Gegen 18:00 Uhr kam plötzlich Mausi an und teilte uns mit, dass unser Abendessen fertig sei. Wow, er war während unseres Aufenthaltes unser Chefkoch und bereitete tolle leckere lokale ghanaische Gerichte mit viel frischem Gemüse zu. Mein Magen machte Purzelbäume, denn wir hatten außer ein paar Keksen und Bananen nichts groß gegessen und ich aß mit vollem Genuss mein erstes von einem Mann zubereitetes Essen. Danach ging es in tiefster Dunkelheit mit Taschenlampen bewaffnet und Mausi im Gepäck zurück in"Stella´s inn" und ich trank mein erstes kaltes Guinnes unter dem Anblick eines wunderschönen Sternenhimmels. Naja, Guinnes ist ja nicht so meins, aber in einem so kleinem Dörfchen darf man eben nicht so sehr große Ansprüche haben. Hauptsache:es war kalt!!! Gegen 21:00 Uhr wurden dann die Bordsteine hochgeklappt und es war keine Menschenseele mehr zu sehen. Für mich sehr zu vorkommend, denn ich war schon müde und freute mich auf mein Bett. Am nächsten Morgen trafen wir uns gegen 6:30 Uhr mit Faith zu unserer Bergtour. Die Jungs redeten zuvor immer von Bergsteigen und klettern...aber als ich Faith mit Flipflops an den Füßen erblickte, dachte ich, dass die Tour ja ein Kinderspiel sei. Doch 1000 Meter steil bergauf, bei feucht heißem Klima, ohne Nahrungsaufnahme und Wasser...teuteuteu...das war schon ganz schön hart für meinen doch noch etwas schlaffen Körper. Aber taff wie ich ja bin, bin ich nach 40 Minuten klettern - schnaufen - schwitzen doch oben auf der Spitze angekommen und hab mich erst mal auf einen riesen Felsen gelegt und ausgeruht. Nach wenigen Minuten Verschnaufpause konnte ich nun dann auch endlich die herrliche Aussicht genießen. Ich genoss die frische Luft und die Ruhe, sehr erholsam!!! Bevor es dann wieder abwärts ging, stärkten wir uns mit Wasser und Bananen. Ich fand auch noch einpaar Kekse in der Tasche und dann ging es wieder runter. Das Absteigen war recht easy und entspannt, zu mindest für mich, denn ich hatte meine festen Turnschuhe an und Kofi zog es eher vor mit Flipflops los zu ziehen. Vom vielen Springen und slighten war die aber bereits nach wenigen Menter bergab hinüber und er mussten dann barfuß weiter gehen. Aber für einen richtigen Ghanaer no Problem!!! Gegen 9:00 Uhr sind wir dann wieder in unserem Quartier eingetroffen und Mausi hat uns ein leckeres Frühstück mit Bread and Egg zu breitet. Wobei ich das Brot hier echt fast nicht mehr sehen kann...will leckeres deutsches Brot!!!! Doch sein ein tolles Omlette mit Tomaten und Zwiebeln ist schon nach einer Bergtour was Feines. Nach dem Essen bekam dich dann noch einbisschen Gesangsunterricht und ich übte die zwei Kpanlogo-Lieder vom Vortag. Danach ruhten wir uns einbisschen aus und Kofi entdeckte im Aufenthaltsraum des Guesthouses einen Fernseher. Klar musste dann gleich mal Fußball eingeschaltet werden. Ich zog es vor, einem Jungen beim Fufustampfen zu zuschauen, was für unser Mittagessen zubereitet wurde. Hier habe ich zum ersten Mal Fufu aus Yam gegessen, auch sehr lecker! Oh manchmal fühlt man sich hier nach dem mächtigen Mahlzeiten auch immer wie so ein fetter Fufuklops!!! Doch ein Verdauungsspaziergang durch das Dorf sorgte für mein Wohlbefinden. Wir trafen wieder Faith, unseren jungen Guide, der vorschlug uns zu einer Palmweinplantage zu führen. Der Weg durch den Regenwald war sehr schön und wir liefen auf vielen kleinen kaum sichtbaren Pfaden querfeld ein, bis wir plötzlich an einer kleinen Hütte aus Blech und Holz gebaut, ankamen. Zwei Männer nahmen uns herzlich in Empfang und erklärten uns die Kunst der Palmweinherstellung. Natürlich durfte da eine gute Weinprobe von frisch gezapftem Palmwein nicht fehlen, würde auch gut zu Zwiebelkuchen passen. Hmmm lecker, ein kleiner Gedankenschwanker in die Heimat. Den Abend verbrachten wir dann nach einem guten Abendessen, wieder in der Dorfkneipe. Leider gab es dieses Mal kein kühles Bier, da der Kühlschrank ohne Strom tagsüber den Geist aufgab. Plötzlich zog ein Gewitter auf. Ringsherum blitzte es, es wurde sehr windig und nur wenige Minuten später goss es wie aus Eimern. Ich hätte mein Shampoo zum Haarewaschen mitnehmen sollen. Somit machten wir uns schnellen Fußes auf den Heimweg und folgten der einzigsten Hauptstraße zu unserem Guesthouse, doch dieses Mal leider ohne Taschenlampe. Naja, bin ja mittlerweile ein Matsch-Straßen-Passier-Profi!!! Am nächsten Tag starteten wir dann unseren Ausflug zu dem Tagbo-Wasserfall nach dem Mittagessen. Mit Badesachen im Gepäck schlugen wir uns durch den Regenwald. Nach etwa einer Stunde Fußmarsch, sind wir angekommen. Ich war begeistert von dem wunderschönen Anblick und wollte dieses wunderschöne Bild fotografisch festhalten. Genau nach einem Schuss war auch schon der Akku leer und die Ersatzbatterie zu Hause im Zimmer. Doch besser ein Bild wie kein Bild! Das Baden in dem sehr sehr kaltem Wasser war genial! Der Wind ist mir um die Ohren gepeitscht und je näher man sich in Richtung Wasserfall bewegt hat, desto kälter wurde das Wasser. Nach etwa 20 Minuten Plantschen wurde es mir dann doch zu kalt und wir machten uns auf den Rückweg. Unterwegs hat es dann auf einmal heftig angefangen zu regnen und wir konnten die kleinen Wegpfade eher entlang rutschen, als laufen. Meine Flipflops sind ständig im Schlamm stecken geblieben und irgendwann bin ich dann ganz barfuss gelaufen. Schon praktisch, dass man den Matsch nicht so sehr auf der dunklen afrikanischen Haut sieht. Ich hingegen war von oben bis unten vollgematscht und braun gesprengelt.
Faith hat uns dann noch frische Kakao-Pflanzen vom Baum gepflückt und als wir später total aufgeweicht in unserer Hütte ankamen, habe ich zuerst einmal genussvoll meine Kakaokerne gelutscht. Abends haben wir uns dann auf ein Bier zum letzten Mal im Stella´s inn blicken lassen und uns mit allen möglichen Leuten nett unterhalten. Am nächsten Morgen gab es gegen 6:30 Uhr ein leckeres Abschiedsfrühstück von Mausi mit viel Kaffee und gegen 8:00 Uhr wurden wir dann von unserem sympatischen Reggae-Taxi-Fahrer abgeholt und zur nächsten Trotro-Station in einem etwas größerem Ort gefahren. Im handumdrehen bekamen wir auch gleich einen Platz in einem sehr komfortablen Kleinbus und die 5-stündige Heimfahrt zurück nach Accra verlief problemlos. Als wir dann in das Zentrum von Accra reinfuhren, hat es mich fast erschlagen. So viele Menschen, der krasse Verkehr, die überfüllten Straßen, überall ist es laut und hektisch...kein Vergleich zu dem eher einfachen und ruhigen Dorfleben. Ich persönlich habe meinen kurzen Aufenthalt in Laiti Wote sehr genossen und einen der schönsten Flecken Ghanas dort entdeckt.
Accra - Freitag Morgen 8:00 Uhr (pünktlich auf die Minute - und das in Afrika!) Die Fahrt mit einem überladenen Trotro voll gestopft mit Menschen und Gepäck konnte los gehen. Nach etwa einer Stunde Fahrt qualmte plötzlich das Trotro und die erste Panne stand auf dem Programm. Mal wieder, wie mir bereits bekannt, "Ölverlust" - die nächste Werkstatt wurde angefahren und viele Ghanaer versammelten sich um den überladenen Kleinbus, auf der Suche nach dem Problem..."das konnte dauern", dachten wir uns und machten uns erst mal auf den Weg zum Eiskaufen. Ein schattiges Plätzchen auf einer Bank ließ sich schließlich auch finden und somit war das Warten recht entspannt. Ein alter Mann, der in einem alten Autositz saß, leistete uns Gesellschaft und erzählte mir ausführlich seine Lebensgeschichte in einem mir leider nicht leicht verständlichen Englisch.
Anschließend erhielt ich meine ersten Gesangsstunden von Kofi und ich lernte zwei Kpanlogo-Lieder auf Ga. Den Liedtext schrieb er für ein besseres Verständnis mit einem Stock in den Sand. Neugierige Ohren trudelten nacheinander ein und sangen erfreut mit. Es wurde gesungen, geklatscht und gelacht. Alle hatten wir viel Spass und nach ca. 1,5 Stunden Trotro-Reparatur, setzten wir unseren Trip fort. Die Fahrt in die Volta-Region war herrlich. Es wurde immer grüner und die großen menschenüberfüllten, stinkenden Straßen verwandelten sich in grüne Felder mit kleinen Hütten aus Lehm und Bambus. Ich hatte den Genuss eines Fensterplatzes und genoss in vollen Zügen die tolle Aussicht und auch die frische Luft, die mir um die Nase wehte. Bei 32Crad in einem vollem Trotro ist es sehr empfehlenswert, sich einen Fensterplatz zu organisieren! Gegen 1 Uhr kamen wir unserem Ziel schon deutlich näher und wir stiegen unterwegs um in ein Taxi, dass uns dann über viele huppelige Straßen mit sehr sehr vielen Schlaglöchern in das schöne kleine Dorf Liati Wote fuhr. Ich hatte wieder Glück und der Fahrer ein großer Reggaefan mit einer sehr tollen Auswahl an Musik. Somit wurde die Fahrt sehr gechillt und wir schaukelten langsam von einem Schlagloch in nächste. Unterwegs begegneten wir vielen Farmern die mit riesen Buschmessern auf dem Kopf der Straße entlang liefen. An einer großen Mangoplantage machten wir kurz halt, um uns mit guten Vitaminen zu versorgen. Sehr lecker! Als wir dann endlich bei dem kleinen Guesthouse ankamen, war zunächst niemand anwesend. Wir machten es uns mit unserem Gepäck auf einer Bambusbank unter einem Baum gemütlich und erholten uns von der anstrengenden Fahrt. Plötzlich erblickte Kofi seinen alten Freund, der sich selbst "Mausi" nennt (zumindest hab ich das immer verstanden?) und er organisierten uns eine kleine Hütte zum Übernachten. Unser Zimmer war sehr einfach ausgestattet mit einem Bett, Ventilator, Tische, Stuhl und sogar einem Spiegel. Es war sehr gemütlich doch leider etwas muffig, aber nun gut zum Schlafen reicht es aus. Nachdem wir dann unsere Sachen unterbrachten, machten wir uns auf das Weg ins Dorfzentrum. Also immer der einzigsten Straße entlang, gerade aus... und nach wenigen Minuten Fußmarsch trifft man schon den richtigen Ansprechpartner, den Dorfchief! Herzlich nahm er uns in Empfang und es wurden fleißig Hände geschüttelt. Plötzlich tauchten von allen Seiten und Ecken Leute auf, die begeistert Kofi riefen und ihn erfreut grüßten. Ja, selbst in einem so kleinem Dörfchen, weit weg von Accra, kennt man den berühmten Trommelmaster der traditionellen Trommelkultur. Wir wurden dann stolz in das wohl neu erbaute Touristenbüro geführt, um unsere beiden Ausflüge für die nächsten Tage zu organisieren. Faith, ein netter Teenie Ende 17, war unser Guide für die Tour. Wir lernten gleich noch seine ganze Familie und sein Familienhaus kennen und bekamen auch hier von allen Essen und Trinken angeboten. Hier wird PALMWEIN ganz GROSS geschrieben, denn diese Region ist bekannt für frischen und leckeren Palmwein. Dann ging es weiter zum "Stella´s inn", der einzigsten Dorfkneipe. Dort wurden wir zum Kartenspielen eingeladen. Natürlich wieder nur Männer in der Runde, ich die einzigste Frau und dazu noch ein Obruni...ja, es war wieder spannend. Die Spieltechnik des Kartenspieles hab ich nicht ganz durchblicken können. Aber zumindest haben sie mich zum Führen der Punktetabelle engagiert. Vergnügt beobachtete ich das Zocken der Männer und aß genüsslich meine kleinen Minibananen. Gegen 18:00 Uhr kam plötzlich Mausi an und teilte uns mit, dass unser Abendessen fertig sei. Wow, er war während unseres Aufenthaltes unser Chefkoch und bereitete tolle leckere lokale ghanaische Gerichte mit viel frischem Gemüse zu. Mein Magen machte Purzelbäume, denn wir hatten außer ein paar Keksen und Bananen nichts groß gegessen und ich aß mit vollem Genuss mein erstes von einem Mann zubereitetes Essen. Danach ging es in tiefster Dunkelheit mit Taschenlampen bewaffnet und Mausi im Gepäck zurück in"Stella´s inn" und ich trank mein erstes kaltes Guinnes unter dem Anblick eines wunderschönen Sternenhimmels. Naja, Guinnes ist ja nicht so meins, aber in einem so kleinem Dörfchen darf man eben nicht so sehr große Ansprüche haben. Hauptsache:es war kalt!!! Gegen 21:00 Uhr wurden dann die Bordsteine hochgeklappt und es war keine Menschenseele mehr zu sehen. Für mich sehr zu vorkommend, denn ich war schon müde und freute mich auf mein Bett. Am nächsten Morgen trafen wir uns gegen 6:30 Uhr mit Faith zu unserer Bergtour. Die Jungs redeten zuvor immer von Bergsteigen und klettern...aber als ich Faith mit Flipflops an den Füßen erblickte, dachte ich, dass die Tour ja ein Kinderspiel sei. Doch 1000 Meter steil bergauf, bei feucht heißem Klima, ohne Nahrungsaufnahme und Wasser...teuteuteu...das war schon ganz schön hart für meinen doch noch etwas schlaffen Körper. Aber taff wie ich ja bin, bin ich nach 40 Minuten klettern - schnaufen - schwitzen doch oben auf der Spitze angekommen und hab mich erst mal auf einen riesen Felsen gelegt und ausgeruht. Nach wenigen Minuten Verschnaufpause konnte ich nun dann auch endlich die herrliche Aussicht genießen. Ich genoss die frische Luft und die Ruhe, sehr erholsam!!! Bevor es dann wieder abwärts ging, stärkten wir uns mit Wasser und Bananen. Ich fand auch noch einpaar Kekse in der Tasche und dann ging es wieder runter. Das Absteigen war recht easy und entspannt, zu mindest für mich, denn ich hatte meine festen Turnschuhe an und Kofi zog es eher vor mit Flipflops los zu ziehen. Vom vielen Springen und slighten war die aber bereits nach wenigen Menter bergab hinüber und er mussten dann barfuß weiter gehen. Aber für einen richtigen Ghanaer no Problem!!! Gegen 9:00 Uhr sind wir dann wieder in unserem Quartier eingetroffen und Mausi hat uns ein leckeres Frühstück mit Bread and Egg zu breitet. Wobei ich das Brot hier echt fast nicht mehr sehen kann...will leckeres deutsches Brot!!!! Doch sein ein tolles Omlette mit Tomaten und Zwiebeln ist schon nach einer Bergtour was Feines. Nach dem Essen bekam dich dann noch einbisschen Gesangsunterricht und ich übte die zwei Kpanlogo-Lieder vom Vortag. Danach ruhten wir uns einbisschen aus und Kofi entdeckte im Aufenthaltsraum des Guesthouses einen Fernseher. Klar musste dann gleich mal Fußball eingeschaltet werden. Ich zog es vor, einem Jungen beim Fufustampfen zu zuschauen, was für unser Mittagessen zubereitet wurde. Hier habe ich zum ersten Mal Fufu aus Yam gegessen, auch sehr lecker! Oh manchmal fühlt man sich hier nach dem mächtigen Mahlzeiten auch immer wie so ein fetter Fufuklops!!! Doch ein Verdauungsspaziergang durch das Dorf sorgte für mein Wohlbefinden. Wir trafen wieder Faith, unseren jungen Guide, der vorschlug uns zu einer Palmweinplantage zu führen. Der Weg durch den Regenwald war sehr schön und wir liefen auf vielen kleinen kaum sichtbaren Pfaden querfeld ein, bis wir plötzlich an einer kleinen Hütte aus Blech und Holz gebaut, ankamen. Zwei Männer nahmen uns herzlich in Empfang und erklärten uns die Kunst der Palmweinherstellung. Natürlich durfte da eine gute Weinprobe von frisch gezapftem Palmwein nicht fehlen, würde auch gut zu Zwiebelkuchen passen. Hmmm lecker, ein kleiner Gedankenschwanker in die Heimat. Den Abend verbrachten wir dann nach einem guten Abendessen, wieder in der Dorfkneipe. Leider gab es dieses Mal kein kühles Bier, da der Kühlschrank ohne Strom tagsüber den Geist aufgab. Plötzlich zog ein Gewitter auf. Ringsherum blitzte es, es wurde sehr windig und nur wenige Minuten später goss es wie aus Eimern. Ich hätte mein Shampoo zum Haarewaschen mitnehmen sollen. Somit machten wir uns schnellen Fußes auf den Heimweg und folgten der einzigsten Hauptstraße zu unserem Guesthouse, doch dieses Mal leider ohne Taschenlampe. Naja, bin ja mittlerweile ein Matsch-Straßen-Passier-Profi!!! Am nächsten Tag starteten wir dann unseren Ausflug zu dem Tagbo-Wasserfall nach dem Mittagessen. Mit Badesachen im Gepäck schlugen wir uns durch den Regenwald. Nach etwa einer Stunde Fußmarsch, sind wir angekommen. Ich war begeistert von dem wunderschönen Anblick und wollte dieses wunderschöne Bild fotografisch festhalten. Genau nach einem Schuss war auch schon der Akku leer und die Ersatzbatterie zu Hause im Zimmer. Doch besser ein Bild wie kein Bild! Das Baden in dem sehr sehr kaltem Wasser war genial! Der Wind ist mir um die Ohren gepeitscht und je näher man sich in Richtung Wasserfall bewegt hat, desto kälter wurde das Wasser. Nach etwa 20 Minuten Plantschen wurde es mir dann doch zu kalt und wir machten uns auf den Rückweg. Unterwegs hat es dann auf einmal heftig angefangen zu regnen und wir konnten die kleinen Wegpfade eher entlang rutschen, als laufen. Meine Flipflops sind ständig im Schlamm stecken geblieben und irgendwann bin ich dann ganz barfuss gelaufen. Schon praktisch, dass man den Matsch nicht so sehr auf der dunklen afrikanischen Haut sieht. Ich hingegen war von oben bis unten vollgematscht und braun gesprengelt.
Faith hat uns dann noch frische Kakao-Pflanzen vom Baum gepflückt und als wir später total aufgeweicht in unserer Hütte ankamen, habe ich zuerst einmal genussvoll meine Kakaokerne gelutscht. Abends haben wir uns dann auf ein Bier zum letzten Mal im Stella´s inn blicken lassen und uns mit allen möglichen Leuten nett unterhalten. Am nächsten Morgen gab es gegen 6:30 Uhr ein leckeres Abschiedsfrühstück von Mausi mit viel Kaffee und gegen 8:00 Uhr wurden wir dann von unserem sympatischen Reggae-Taxi-Fahrer abgeholt und zur nächsten Trotro-Station in einem etwas größerem Ort gefahren. Im handumdrehen bekamen wir auch gleich einen Platz in einem sehr komfortablen Kleinbus und die 5-stündige Heimfahrt zurück nach Accra verlief problemlos. Als wir dann in das Zentrum von Accra reinfuhren, hat es mich fast erschlagen. So viele Menschen, der krasse Verkehr, die überfüllten Straßen, überall ist es laut und hektisch...kein Vergleich zu dem eher einfachen und ruhigen Dorfleben. Ich persönlich habe meinen kurzen Aufenthalt in Laiti Wote sehr genossen und einen der schönsten Flecken Ghanas dort entdeckt.
Samstag, 23. Oktober 2010
Festival of art and culture, Trommeln und Tanzen in Accra, Highlife-Music...
...viele Wochen sind nun seid meinem letzten Bericht vergangen. Aber keine Angst, mir geht es immer noch sehr gut. Jeden Tag erlebe ich stets aufregende Dinge. Tausende Reize fließen auf mich ein und ich bin tief hier in das Land und Kuktur eingetaucht. Klar bin ich auch hier ständig unterwegs und wie man hier so nett sagt "you are always bissy!" Meine engen Freunde und Homies kennen mich ja, immer auf Tour - das ist auch hier nicht anders, seid dem ich so viele nette Leute in Accra kennen gelernt habe. Ich nehme nun 2-3 Mal wöchentlich Trommel-und Tanzstunden und habe das Glück auch regelmäßig bei dem Training meiner Trommelfreunde zu zuschauen. Getanzt und getrommelt wird in einem lebendigen Hof mitten in Accra Centre zwischen waschenden Frauen, spielenden Kindern und einer Menge Katzen und Hunde. Oft werde ich zum Eisessen eingeladen oder es werden leckere Kekse und kleine Teigteilchen gebracht. Die meisten Leute in der Umgebung kennen mich nun ganz gut und begrüßen mich schon freudestrahlend mit einem riesigen Lächeln und "welcome", wenn ich die Straßen entlang schlendere. An den Wochentagen fahre ich immer direkt nach der Arbeit im Kinderzentrum los nach Accra und laufe dann ca. eine halbe Stunde zum Trainingsplazt. An manchen Tagen bin ich bereits so erschöpft von dem langen Hinweg und ich würde mich am liebsten auf der Stelle auf die Holzbank legen und direkt einschlafen. Doch es motiviert mich stets sehr der Gruppe beim Training zu zuschauen und ich habe dann auch wieder die notwendige Energie, um mir die Mosquitos in der Dämmerung vom Leibe zu tanzen. Glaubt mir, es funktioniert;.-) oder wahrscheinlich gibt es einfach in Accra nicht so viele Mosquitos, wie Zuhause bei uns in Teshie auf der Veranda. I don´t know! Gerade zerstechen sie mir wieder kräftig die Füße, da hilft auch kein Anti Brum mehr weiter. Ja, ich bin nun special Guest number 1 bei meinem Trommelmaster-Freund und werde auch auf jede Performence mitgenommen, die an den Wochenenden anstehen. Es ist so unendlich spannend für mich die Truppe zu begleiten. Das tollste Erlebnis war für mich die Gruppe auf den Kontest des Art & Culture Festivals zu begleiten. Dieses Festival ist hier in Ghana sehr bekannt und alle 2 Jahre treffen sich dort rund 20 Gruppen, die gegeneinander antreten und eine Performence des Kpanlogos präsentieren. Das Festival fand dieses Jahr in einem kleinen Dorf nördlich von Accra in Richtung Berge statt (habe leider den Namen des Ortes vergessen). Morgens um 5 Uhr war Treffpunkt mit den Tänzern und Trommlern und bis auf Kofi und ich war niemand pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt da. Erst eine Stunde später sind die ersten Schlafmützen eingetrudelt und das Trotro wurde mit all den Trommeln, Glocken, Kostümen usw... vollgeladen. Ingesamt waren wir 18 Personen plus einen alten knuffigen Trotro-Fahrer, bei dem ich echt Angst hatte, dass er überhaupt noch richtig die Straße sehen konnte. Natürlich hatte ich wieder den Ehrenplatz ganz vorne im Bus direkt neben dem Fahrer. Die Fahrt war sehr lustig und es herrschte eine tolle Stimmung im Bus. Klar wurde wieder viel gesungen und laute Musik gehört, ich selbst bin immer wieder durch das Schaukeln kurz eingedöst und aufgeschreckt, wenn mein Kopf sich in Richtung Schulter des Fahrers neigte. Das Programm sollte offiziell morgens gegen 8 Uhr starten, doch als wir gegen halb acht ankamen, waren noch alle mit dem Aufbau beschäftigt. Außer einer weiteren Gruppe war noch niemand da. Wir nutzten die Gelegenheit, um etwas essbares zum Frühstück aufzutreiben und spazierten durch die noch leeren Gassen des kleinen Ortes. Als wir wieder zum Schulplatz (auf dem das Festival statt fand) ankamen, trafen nach und nach die anderen Gruppen ein. Gegen elf Uhr wurde dann der erste Soundcheck der Musikanlage durchgeführt. Das Wetter, was früh morgens noch so sonnig war, wurde immer ungemütlicher. Der strahlend blaue Himmel wurde immer schwarzer und es zog ein Unwetter über uns auf. Um zwölf Uhr fuhren dann nun endlich die letzten Chiefs und Könige ein und drehte zur Begrüßung eine Runde, um alle Gruppen zu begrüßen. Zufälligerweise war auch Mister Wusah, der Chief aus Ada, anwesend und schüttelte freudestrahlend die Hand des einzigen Obrunis, nämlich meine. Nach einer ausführlichen Begrüßungsrede trat nun die erste Gruppe gegen 1 Uhr auf die Tanzfläche und das interessante Schauspiel begann. Plötzlich fing es stark an zu regnen und das Feld verwandelte sich in eine riesige Matschlage. Doch das hielt nicht die Gruppen ab und es wurde immer weiter getanzt und getrommelt. Ich selbst saß auf einem Plastikstuhl in der ersten Reihe unter einem Zelt und war somit save! Als dann Kofi und seine Truppe an der Reihe waren bin ich klar schnell mit meiner Kamera in der Hand los gesprungen, quer über den Matschplatz gewatschelt (nicht ganz einfach mit FlipFlops), um einige Fotos und Videos zu machen. Danach war ich dann auch völlig aufgeweicht und meine Füße so dreckig. Naja, bei den Weißen sieht man den Dreck eben mehr. Peinlich war es mir allerdings erst, als die Chiefs wieder am Ende ihre Runde drehten und sich im großen Stil von allen verabschiedeten. Klar kam Mister Wusah wieder auf mich zu, um mir die Hand zu schütteln und da saß ich dann, auf meinem Plastikstuhl voll vermatscht von oben bis unten...lalalala...
Als wir dann wieder alle Trommeln im Bus verstaut hatten und alle an Bord waren, sprang der Bus nicht mehr an. Batterie empty! Also mussten die Jungs fleißig schieben!!!! Ich saß gemütlich vorne drinnen und hab sie angefeuert. Zum Glück ging die Straße einbisschen Berg ab und mit dem Schwung sprang dann auch schnell das Trotro wieder an. Doch die Trommler waren auf einmal nicht mehr zu sehen und der Bus schoss voll Speed die Straße hinunter. Zwischendurch hatte ich kleine Panikanfälle und Angst, im nächsten Graben zu landen. Doch der Fahrer war echt geschickt und brachte uns auch wieder heil nach Accra zurück.
Ein weiteres tolles Erlebnis mit der Gruppe hatte ich letztes Wochenende. Sonntags nahm mich Kofi mit in seine Kirche zum Gottesdienst, denn er sollte dort trommeln. Naja, es fielen zwar keine Leute um und es wurden zum Glück keine bösen Geister ausgetrieben,...doch anfangs war ich schon einbisschen skeptisch, was denn alles auf mich zu kommen würde. Mit der Zeit glich der Gottesdienst eher einem tollen Konzert und es war sehr spaßig mit den Leuten in der ersten Reihe das Tanzbein zu schwingen.
Plötzlich kam dann Kofi auf einmal auf mich zu, schnappte mich an der Hand und wir verließen ruckartig die Kirche. Schnell eilten wir mit einem überfüllten Taxi zum Trainingsplatz, packten die Trommeln und fuhren mit einem Pickup-Wagen zu elft auf den nächsten Act-klar wieder mal eine riesen Beerdigung. Es war wohl eine wohlhabende Persönlichkeit, denn es waren etwa 1500 Leute anwesend, es gab ordentlich Schnaps, Vodka, frisches Bier aus dem Zapfhahn...und um 2 Uhr war ich dann auch schon gut dabei. Plötzlich brachte jemand ein riesen Taplett mit einem ganzen gerillten Schwein, das dann natürlich genau hinter mir auf dem Tisch angerichtet wurde. Hmmm lecker, dachte sich da mein kleines Veggieherz....doch ich kam nicht drum rum und musste natürlich davon kosten. Das Essen war sehr lecker und es gab sogar drei Sorten Salat. So was habe ich hier noch nie gesehen. Sehr gut!!!!
Nach vielen Stunden sitzen, essen und trinken ging es da auf die letzte Trommeleinlage der Gruppe zu und ich habe zum ersten mal auch mit getrommelt. Klar fielen wieder viele begeisterte Blicke auf den total unpassend gekleideten Obruni, der sogar noch trommelt. Alle kamen mit ihren Kameras angerannt und schossen fleißig viele Fotos.
Die Heimfahrt war auch wieder ein riesen Spass, denn der Pickup ist unterwegs verreckt und das ganze Öl ist ausgelaufen. Naja, hier wird aber nicht lange rum gemacht und so lange probiert und gemacht, bis der Schaden letztendlich noch größer ist. Nach dem der Fahrer dann den zweiten Kanister Öl reingegossen hat und die Kache immer wieder liegen blieb, haben die Jungs sich entschlossen zu schieben. George saß hinten auf der Ladefläche und trommelte zur Motivation...Das letzte Stück durch Accra Centre haben wir dann die Trommeln getragen und nach 3 Stunden waren wir dann endlich zu Hause.
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