Freitag, 9. Juli 2010

Die Arbeit im Kinderzentrum

snack-time in der Kinderkrippe
                                           
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eine neue Ladung Kies für die Renovierung des Außengeländes
Samuel, Evans und ich
unser Kindergarten-Bus
unser Heimweg zu Fuss

Ein tradtioneller School-Bus im besonderem Stil!


....endlich zu Hause!!!!
                                                       
Ja, nun ist auch Anke endlich da! Sie ist eine super Unterstützung für die Arbeit im Kinderzentrum und ich habe jemand mit dem ich mich fachlich austauschen kann. Das tut mir nun schon sehr sehr gut. Kaum zu glauben, bin nun schon fast einen Monat hier in Ghana.  Die Arbeit mit den Kindern hat sich in so einer kurzen Zeit so positiv entwickelt und jeden Tag beobachte ich viele (für europäische Verhältnisse) kleine Fortschritte bei den Kindern, doch hier ist das schon von großer Bedeutung.Als ich vor 4 Wochen meine Arbeit im Kinderzentrum begonnen habe, bin ich in einem rießigen Chaos angekommen und meine zwei Praktikantinnen haben sich bereits total mit viel Engagement ins Zeug gelegt! Die ersten 2 Wochen habe ich in der Kinderkrippe gearbeitet, die Kinder und die beiden Mitarbeiterinnen kennen gelernt. In dieser Gruppe sind 19 Kinder im Alter zwischen 1-3 Jahren in einem doch recht beengtem Raum, in dem gespielt, gelernt, gegessen und auch geschlafen wird. Als ich ankam gab es nur sehr wenig altersgerechtes Spielmaterial und die Kinder waren sehr aufgedreht im Raum unterwegs. Ständig gab es nur Streit, Konflikte und Geheule...die zwei Frauen, mit denen ich zusammenarbeite, haben leider keine pädagogische Ausbildung und auch nur wenig Erfahrung im Umgang mit den Kindern, was sich auch deutlich durch die Gestaltung des Krippenalltages zog. Es gab nur wenig Struktur! An der Pinnwand fand ich dann einen Wochenübersichtsplan, den sogenannten "nursery time table" , der keineswegs auf das Alter der Gruppe abgestimmt war. Hier einen kurzen Einblick:

  • Time    7:50      Arrival - Ankommen der Kinder
  •     7:50-8:30      Breakfast - Kinder bekommen in der Küche Frühstück
  •     8:20-8:30      Assembly - Morgenapell
  •     8:30-9:00      Rhymes
  •     9:00-9:10      Break
  •     9:10-9:20      Alphabet Reading
  •     9:20-9:40      Writing
  •     9:40-10:00    Colouring
  •     10:00-10:30   Break - Kinder essen einen kleinen Snack
  •     10:30-11:00   Numerals
  •     11:00-11:30   Storie Time
  •     11:30-11:45   Picture Reading
  •     11:45-12:00    Lunch
  •     12:30-14:00    Siester - Mittagsruhe
  •     14:00-15:20    Dressing - Kinder werden gewaschen und ziehen ihre Uniform an
  •     15:20-15:30    Assembly - closing
...ich war schockiert und dachte nur an unsre Krippenkinder zu Hause!
Natürlich habe ich mich gleich mit den "Erzieherinnen" ausgetauscht und einen Änderung der Tagesstruktur vorgeschlagen, so dass die Kinder viel mehr freie Zeit zum Spielen haben und auch mehr das Außengelände in Anspruch nehmen können, um dort ihrem Drang nach Bewegung nachzugehen. Es ist schon eine sehr stressige Situation für die Kinder, so viel zu sitzen und zu "lernen"-Naja, eher nach sprechen und auswendig lernen! Da bleibt echt keine Zeit mehr für eigene Interessen und Bedürfnisse und unser 1-jähriger David ist total fehl am Platz. Für ihn passte einfach gar nichts und er flüchtete lieber zu Anett in die Küche, um dort für sich Ruhe zu finden und natürlich auch wegen des tollen Essens.
Super sind immer die Momente, wenn gesungen und getanzt wird, Reime aufgesagt werden...Da sind die Kinder echte Profis! Mit voller Begeisterung trällern sie jedes Lied aus tiefsten Herzen durch den kleinen Raum und von den Tanzkünsten der Mädels möchte ich erst gar nicht anfangen...WOW!!! BIG UP!!! So weit schaff ich´s noch nicht mal mit meinen extra Afrotanzworkshops...-welch Neid um den Hüftschwung!
Mittlerweile kann ich auch schon einige tolle englische Kinderlieder und Reime und es macht echt Spaß einfach mitzumachen.
Zur Zeit bin ich sehr damit beschäftigt die Kinder in ihren sozialen Kontakten und Umgangsformen zu begleiten, so dass sie sich nicht ständig die Köpfe wegen jeden kleinen wertvollen Bauklotz einhauen.  Mittlerweile können sie auch schon für kurze Momente super alleine mit verschiedenen Spielmaterialien zusammen spielen und entwickeln auch eigene kreative Spielideen mit verschiedenen Materialien. Es finden sogar schon erste Rollenspiele statt und ich beobachte, wie erste feste Kontakte unter den Kindern entstehen. Sie lernen gerade sich intensiv miteinander auseinanderzusetzen und in Kleingruppen zusammen zu spielen. Das klappt schon besonders gut beim Fussballspielen, Ghanaer lieben eben Fussball. Nachdem wir jetzt fast täglich mit dem Ball spielen und dieser nicht nur freitags benutzt wird, spielen sich die Kinder gegenseitig den Ball zu und rennen nun nicht mehr damit als Beute in der Hand schnell weg. Es ist so großartig solche Situationen zu beobachten und wie schnell die Kinder sich hier verändern, nur wenn man ihre Umgebung und den Tagesablauf etwas mehr auf deren Bedürfnisse anpasst. Ganz wichtig an alle Erzieherkollegen! SITUATIONSANSATZ!
Es geht nun alles in sehr kleinen Schritten voran und die Arbeit kostet viel Energie, dazu noch die Hitze! Wobei die Ghanaer eher frieren, denn es ist ja gerade "Winter", wovon ich aber nichts merke. Hier schaffe ich es sogar auf der Arbeit 4 Tüten Wasser á 500ml zu trinken-sehr gut! Doch nachdem ich an den ersten Arbeitstagen zwischen durch immer mal wieder Sternchen gesehen habe, war es nicht schwer sich das Trinken anzugewöhnen. Die Kinder kommen auch ständig zu mir gelaufen und rufen:"Teacher i want water!"...und mittlerweile können sie sogar schon meinen Namen, der mal als "Beati, Ate, Bejadi oder sogar Beate" erklingt.
Hört sich schon lustig an, wenn Ghanaer meinen Namen zum ersten Mal aussprechen!
Diese Woche hatten wir eine ereignisreiche Woche im Kinderzentrum.
Nach dem nun endlich die Wände hergerichtet wurden, konnten wir anfang der Woche mit den Streicharbeiten in den Klassenräumen beginnen!
Da Johanna und Lisa die Wände der Krippe mit Bildern bemalten, hatten wir nun keinen Klassenraum zur Verfügung. Die Krippenkinder haben den Vormittag auf der Veranda verbracht und Siester war dann im Büro. Überall lagen die Matratzen der Kinder kreuz und quer verteilt und die Kinder haben schön brav geschlafen. Improvisation kennt keine Grenzen!
Zwischendurch war dann noch für einen Tag unser Auto kaputt und wir mussten die Kinder mit dem Taxi abholen. Manchmal geht es echt drunter und drüber und alles passiert aufeinmal.
Heute wurde dann der Kindergartenraum fertig gestrichen und wird nun morgen von den zwei fleißigen Praktikantinnen schön mit Bildern, dem ABC, Zahlen, Formen usw... bemalt. Wieder ein kleiner Fortschritt!!!

2 Kommentare:

Vero hat gesagt…

Oh Liebes, dass hört sich alles so toll an, der Situationsansatz so wie er wohl mal gedacht war. Einfach schön.

Anonym hat gesagt…

ach beate....ich bin soooo stolz auf dich. wo du hinkommst, passiert eben gutes;)
mach weiter so!
muss jetzt auch wieder los ins kinderhaus.pause rum, aber gut genutzt mit beates tagebuch...ela